(Salzburg, Klagenfurt, 27. April 2026) – Die ÖBB-Infrastruktur AG startet mit den Vorbereitungen für die zweite Etappe der umfassenden Sanierung des Tauerntunnels. Um die Arbeiten effizient und sicher durchführen zu können, muss der ÖBB-Tauerntunnel von 8. Februar bis 9. Juli 2027 vollständig gesperrt werden. Bereits ab Herbst 2026 beginnen vorbereitende Maßnahmen, diese erfolgen jedoch ohne Einschränkungen für Fahrgäste.
Mit der Modernisierung investieren die ÖBB gezielt in eine leistungsfähige, sichere und zukunftsfitte Tauernachse – eine der wichtigsten Nord‑Süd‑Verbindungen im österreichischen Bahnnetz.
Verlässliche Ersatzangebote während der Sperre
Trotz der Sperre der Tauernbahn stellen die ÖBB während der gesamten Bauzeit planbare und verlässliche Mobilitätsangebote sicher:
- Zwischen Bischofshofen und Spittal-Millstättersee verkehren Direktbusse im stündlichen Takt.
- Für Reisende zwischen Salzburg und Bad Gastein wird zwischen Schwarzach-St. Veit und Bad Gastein ebenfalls ein stündlicher Schienenersatzverkehr eingerichtet.
- Auf der Strecke Mallnitz-Obervellach – Spittal-Millstättersee fahren Fernverkehrszüge im Zweistundentakt; zwischen Spittal-Millstättersee und Villach kommt es zeitweise zu Fahrplananpassungen.
- Der Nachtzugverkehr wird umgeleitet.
Die Autoschleuse Tauernbahn nimmt ihren Betrieb mit 10. Juli 2027 wieder auf. Zusätzlich wird erneut ein bewährter Shuttle‑Dienst für Pendler:innen und Radfahrer:innen angeboten. Jahreskarten der Autoschleuse gelten auch in diesen Shuttle‑Bussen. Jahreskartenbesitzer:innen werden gesondert informiert.
Umfangreiche Bauarbeiten im Tauerntunnel und entlang der Tauernstrecke
Im Mittelpunkt der zweiten Bauetappe stehen im rund zwei Kilometer langen Südabschnitt des Tauerntunnels bei Mallnitz:
- die Sanierung des Tunnelgewölbes
- sowie die Erneuerung der bahntechnischen Tunnelausrüstung
Um die Sperre bestmöglich zu nutzen, bündelt die ÖBB weitere notwendige Arbeiten entlang der Tauernstrecke, darunter:
- Sanierung der Viadukte Weitmoser und Hundsdorfer
- Erneuerung der Oberleitungsanlage im Klammtunnel
- Erneuerung technischer Anlagen im Kaponigtunnel
- Erneuerung von Gleisanlagen in Böckstein, Mallnitz‑Obervellach, Paternion‑Feistritz sowie Weissenstein‑Kellerberg
- Modernisierung des Bahnhofs Rothenthurn
Modernisierung der Autoschleuse Tauernbahn
Im Zuge der Bauarbeiten wird auch die Autoschleuse Tauernbahn umfassend modernisiert. Die gesamte Infrastruktur im Zufahrtsbereich wird erneuert und technisch aufgerüstet. Der Ticketkauf und Abfertigungsprozess werden digitalisiert und auf Selbstabfertigung umgestellt, ergänzt durch Kennzeichenerkennung für Zeitkartenkund:innen sowie neue Sicherheitsfeatures.
Auch die Barrierefreiheit wird deutlich verbessert: Der Zugang am Bahnhof Mallnitz‑Obervellach erhält eine neue Rampe und einen überdachten Wartebereich. Zudem werden die eingesetzten Züge erneuert und mit barrierefreiem Zugang sowie erweiterten Fahrradkapazitäten ausgestattet.
Abstimmung mit DB und ASFINAG
Die Tauernsperre 2027 wurde bewusst so geplant, dass sie zeitlich mit Bauarbeiten der Deutschen Bahn zwischen Rosenheim und Freilassing zusammenfällt. Dadurch können Synergien genutzt und Auswirkungen auf den Güterverkehr besser koordiniert werden. Auch geplante Autobahnbaustellen der ASFINAG wurden in die Planung einbezogen; die Sanierung der Straßen‑Katschberg- und Tauerntunnel beginnt erst im Herbst 2027.
Die ÖBB danken allen Fahrgästen und Anrainer:innen für ihr Verständnis.
Mit der Modernisierung des Tauerntunnels setzen die ÖBB einen wichtigen Schritt für eine sichere, leistungsfähige und nachhaltige Mobilität entlang der Tauernachse.