Ein hydraulisches Fluid-System mit Stickstoffunterstützung reduzierte die Reibung erheblich & ermöglichte das kontrollierte Verschieben
(Marchtrenk/Wels, 15. Mai 2026) - Ein Balanceakt der besonderen Art ist den ÖBB am Sonntag gelungen. Dort, wo sich zwei Hauptverkehrswege kreuzen, die Weststrecke und die Autobahn A25, haben die ÖBB am Sonntag eine neue Eisenbahnbrücke erfolgreich über die Autobahn A25 in ihre endgültige Position verschoben.
Präzisionsarbeit über eine der wichtigste Verkehrsachsen Oberösterreichs
Bereits zwei von drei Eisenbahnbrücken über die A25 wurden nach rund 50 Einsatzjahren modernisiert. Zur Erweiterung auf vier Gleise wurde nun eine zusätzliche Brücke in ihre Endlage gebracht. Das Tragwerk für die neue Eisenbahnbrücke wurde in den vergangenen Monaten bereits neben der Trasse im Bereich Wels-Maxlhaid hergestellt. So viel wie 2000 Elefanten - rund 3500 Tonnen - bringt die elegante, graue Stabbogenbrücke in ihrer Endlage auf die Waage.
Verschoben wurde die Brücke mithilfe einer speziellen Gleitbahntechnologie. Ein hydraulisches Fluid-System mit Stickstoffunterstützung reduzierte die Reibung erheblich und ermöglichte das kontrollierte Verschieben des Bauwerks. Sogenannte Jack-up-Türme hoben die Brücke an, führten sie während des gesamten Vorgangs präzise und sorgten für die notwendige Stabilität, um die Endposition millimetergenau erreicht werden konnte.
Am Sonntag um 13:07 Uhr war es schließlich so weit: Das Tragwerk spannt sich fast 100 Meter über die Autobahn A25 und hat millimetergenau ihre endgültige Position auf den Widerlagern gefunden. Präzisionsarbeit für einen sicheren und komfortablen Bahnverkehr in den kommenden Jahrzehnten.
Autobahnsperre wieder aufgehoben
Das Einschieben der Brücke zählt zu den innovativen Meilensteinen beim viergleisigen Ausbau der Weststrecke. Aufgrund der Vormontage 400 Meter von der endgültigen Lage entfernt, konnte die Brücke ohne Streckensperre und Schienenersatzverkehr gebaut werden. Nur die Autobahn musste vergangenes Wochenende, in der Nacht von Samstag, 13. bis Sonntag, 14. Juni gesperrt werden. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Die ÖBB bedanken sich für das Verständnis während der Bauarbeiten und ersuchen noch um Geduld. Bis der Gesamtnutzen spürbar wird, dauert es noch bis 2031. Dann - mit Eisenbahnbetrieb auf vier Gleisen - können mehr Züge über die Strecke zwischen Linz und Wels fahren. Während der Betonierarbeiten und dem Einbau der Eisenbahntechnik bleibt die Marchtrenker Unterharterstraße im Bereich der Brücke noch gesperrt. Der Baustellenbereich auf der Autobahn A25 bleibt aus Sicherheitsgründen bestehen.
Fortsetzung der viergleisigen Erfolgsgeschichte Richtung Westen
Einer der Hotspots in den nächsten Jahren bleibt der viergleisige Ausbau der Weststrecke – der Bahn-Hauptschlagader Österreichs. In Oberösterreich arbeiten die ÖBB parallel an mehreren Ausbauprojekten entlang der Weststrecke: Der Abschnitt Linz Verschiebebahnhof West – Linz Signalbrücke östlich des Linzer Hauptbahnhofs befindet sich aktuell in der finalen Planungsphase. Die Westseite des Linzer Hauptbahnhofs und die neue viergleisige Strecke bis zum Bahnhof in Wels befinden sich in Bau. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren entlang des 24 km langen Abschnitts.
Zahlen, Daten, Fakten zur Eisenbahnbrücke über die A25
- Gesamtlänge: 93,36 m
- Stützweite: 90,00 m
- Brückenbreite: 14,55 m
- Gesamtgewicht (inkl. Beton und Bewehrung): so schwer wie 2.000 Elefanten: ca. 3.500 Tonnen
- Verschubgewicht: zirka 1800 Tonnen
- Stahleinzelteile:
- Kämpfer 4 Stk.
- Streckträger 10 Stk.
- Bogen 10 Stk.
- Hänger 16 Stk.
- Querträger 121Stk.
- Endquerträger 2 Stk.
- Schweißnähte 94.400 Meter
- Schichtbetrieb während der Vormontage von 02/26 bis Mitte 04/26: Während der Tagschicht waren sieben Schweißer und vier Schlosser, während der Nachtschicht waren sechs Schweißer und vier Schlosser im Einsatz.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.