Mit dem Start des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs am 15. Jänner hat die Entwicklung eines der bedeutendsten Stadtquartiere in Niederösterreich eine entscheidende Phase erreicht. Durch die Modernisierung des Bahnverkehrs und die Umstellung des Züge auf den Zulaufstrecken auf elektrische Antriebstechnologien werden rund um den Bahnhof Krems in den kommenden Jahren etwa 34.000 m² Fläche frei. Diese werden in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Krems und den ÖBB zu einem zukunftsweisenden, nachhaltigen Stadtquartier transformiert.
Qualitätsgesicherter Wettbewerb in zwei Stufen
Der Wettbewerb ist europaweit offen ausgeschrieben und wird in zwei Stufen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen bis Herbst 2026 vorliegen. Nach Abschluss des Wettbewerbs folgen Verhandlungen mit dem Siegerteam zur Erstellung eines städtebaulichen Leitbildes und eines Masterplans samt Qualitätenkatalog, der die Grundlage für die weitere Entwicklung bildet.
Die Jury setzt sich aus Expertinnen und Experten der ÖBB, der Stadt Krems und externen Fachleuten zusammen. Bürgermeister Peter Molnar und Stadtrat Günter Herz begleiten den Prozess als Berater des Preisgerichts. Den Vorsitz führt Architekt Martin Kohlbauer, unterstützt von Architektin Marlies Breuss als stellvertretende Vorsitzende. Ergänzt wird das Gremium durch renommierte Expert:innen aus Architektur, Städtebau, Stadtentwicklung und Landschaftsplanung.
„Der Wettbewerb ist ein entscheidender Schritt, um für Krems ein qualitätsvolles und zukunftsfähiges Stadtquartier zu entwickeln. Der Einsatz moderner, nachhaltiger Mobilitätssysteme schafft nicht nur die Grundlage für einen klimafreundlichen Bahnverkehr, sondern ermöglicht auch im Bereich der Stadtentwicklung klimafreundliche, zukunftsorientierte Lösungen. Unser Anspruch ist es, Mobilität, Nachhaltigkeit und Lebensqualität zu verbinden und damit langfristigen Mehrwert für die gesamte Region zu schaffen“, so Silvia Angelo, Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG.
Städtebauliche Leitlinien und Nutzungsschwerpunkte
„Mit dem neuen Stadtquartier am Bahnhof Krems eröffnet sich für Krems eine einmalige Chance. Wir schaffen hier gemeinsam mit den ÖBB ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Musterprojekt, das leistbares Wohnen, Mobilität, Büroflächen und Lebensqualität miteinander verbindet – und das alles in unmittelbarer Nähe zur Altstadt“, betont Bürgermeister Peter Molnar.
Die Entwicklung des neuen Quartiers orientiert sich an den städtischen Leitlinien, insbesondere am Örtlichen Entwicklungskonzept „Krems 2040“. Vorgesehen ist eine Bebauung, die die innenstädtische Lage optimal nutzt, den Charakter der Umgebung respektiert und die Welterbeverträglichkeit sicherstellt. Hochhäuser sind somit nicht vorgesehen. Im Mittelpunkt steht ein Nutzungsmix, der der gesamten Bevölkerung zugutekommt – von klassischen und leistbaren Wohnformen über Angebote für junge Familien und Seniorinnen und Senioren bis hin zu betreutem Wohnen sowie möglichen Räumen für Bildung, Gesundheit, Dienstleistungen und Veranstaltungen.
Grünräume, Mobilität und Verbindung der Stadtteile
Ergänzend sollen hochwertige Grün- und Freiflächen entstehen, die nach einem Gesamtkonzept gestaltet und öffentlich zugänglich sind. Die bestehenden Grünstrukturen werden somit weitergeführt und gestärkt. Gleichzeitig wird die Durchwegung zwischen den Stadtteilen Altstadt und Mitterau deutlich verbessert. Das gesamte Quartier soll künftig autofrei erschlossen werden, was einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Aufenthaltsqualität und nachhaltiger Mobilität leistet.
ÖBB als zentraler Entwicklungspartner in Österreich
Der Entwicklungsprozess basiert auf einem Grundsatzübereinkommen zwischen ÖBB und Stadt Krems, das 2024 abgeschlossen wurde. Das Projekt reiht sich in eine Serie erfolgreicher Stadtentwicklungen der ÖBB ein. In Wien entstehen aktuell mit dem Neuen Landgut, dem Nordbahnhof und dem Nordwestbahnhof neue, lebendige Stadtteile, die weit über Österreich hinaus Beachtung finden. Auch in Waidhofen a/d Ybbs, Linz, Villach und Wiener Neustadt werden künftig ehemalige Bahnareale in moderne, nachhaltige Quartiere verwandelt. Mit dem Projekt in Krems setzen die ÖBB diese Entwicklung konsequent fort und unterstreichen ihre Rolle als einer der wichtigsten Stadtentwicklungspartner des Landes – immer in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Standortgemeinden.