So soll der Nordwestbahnhof in Zukunft aussehen
(Wien, 8. Juli 2026) – Wien erlebte in den vergangenen Tagen eine ausgeprägte Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad. Eine aktuelle Studie des Austrian Institute of Technology (AIT) im Auftrag der ÖBB zeigt nun: Die Entwicklung des Nordwestbahnhof-Areals im 20. Bezirk wird das Mikroklima im Grätzl durch Begrünung, Entsiegelung und gezielte Freiraumgestaltung künftig spürbar verbessern und die Hitzebelastung reduzieren.
Grüne Mitte bringt Abkühlung und mehr Lebensqualität Das Herzstück des neuen Stadtteils ist die rund zehn Hektar große „Grüne Mitte“. Gemeinsam mit mehr als 2.200 neuen Bäumen, entsiegelten Flächen und großzügigen Freiräumen entsteht ein attraktives und klimafreundliches Quartier mitten in Wien. Wo bislang überwiegend versiegelte Flächen das Bild prägen, entstehen künftig Grünräume, Schattenplätze und hochwertige Aufenthaltsbereiche.
Laut der Studie können die Temperaturen im Projektgebiet nachts künftig um rund 1 °C, lokal sogar bis zu 2,5 °C gesenkt werden. Von dieser Abkühlung profitieren auch die Anrainer:innen in den umliegenden Straßen. Gerade in Hitzeperioden macht jedes Grad einen Unterschied: Kühlere Temperaturen und eine bessere nächtliche Abkühlung erhöhen die Aufenthalts- und Schlafqualität und können positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Bereits eine nächtliche Abkühlung um 1 °C kann die Dauer von Hitzewellen im Gebiet durchschnittlich um einen Tag verkürzen und führt darüber hinaus – abhängig von den Umgebungsbedingungen – zu rund drei Tropennächten weniger pro Jahr. Zugleich reduziert sie den Energiebedarf für die Kühlung von Gebäuden.
Besonders deutlich wird der Effekt in den heißesten Stunden des Tages: Dank Bäumen, Grünflächen und Beschattung sinkt die maximale gefühlte Temperatur großflächig um rund zehn Grad. An einzelnen Standorten werden beim Tagesmaximum sogar Verbesserungen von mehr als 20 °C erreicht.
„Großzügige Grün- und Freiräume sind seit vielen Jahren ein zentrales Element unserer Stadtentwicklungsprojekte. Etwa mit der Freien Mitte im Nordbahnviertel, dem Helmut-Zilk-Park im Sonnwendviertel, dem Walther-Kuhn-Park am Neuen Landgut und künftig der Grünen Mitte am Nordwestbahnhof schaffen wir qualitätsvolle Freiräume für die Menschen in der Stadt. Besonders erfreulich ist, dass die aktuelle AIT-Studie nun wissenschaftlich bestätigt, dass diese Maßnahmen nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern auch einen messbaren Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas leisten können”, so
Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG.
Gute Durchlüftung für ein angenehmes MikroklimaEin weiterer wichtiger Faktor ist die gezielte Durchlüftung des Quartiers. Offene Verbindungen zwischen den Gebäuden ermöglichen eine bessere Luftzirkulation und tragen dazu bei, die sommerliche Hitzebelastung zusätzlich zu reduzieren. Die Studie hebt insbesondere die Bedeutung von Durchlüftungsachsen in Nordwest-Südost-Richtung hervor.
Die Bebauung hat keinen negativen Einfluss auf den nächtlichen Kaltluftstrom, der aus dem Wienerwald- und Donauraum einströmt. Durch die umfangreichen Begrünungsmaßnahmen ist laut Studie sogar von einer Verbesserung des Kaltlufthaushalts auszugehen. Insgesamt werden weder im Projektgebiet noch in den angrenzenden Stadtteilen negative mikroklimatische Auswirkungen erwartet.
Die vollständige Studie ist
hier nachzulesen. Neuer Stadtteil für Wohnen, Arbeiten und Bildung Mit dem Nordwestbahnhof entsteht eines der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiete Wiens. Künftig werden hier rund 16.000 Menschen wohnen und etwa 4.700 Arbeitsplätze geschaffen. Rund 60 Prozent der Wohnungen werden als geförderter Wohnbau errichtet.
Darüber hinaus entstehen drei Schulstandorte, darunter ein Bildungscampus für bis zu 1.600 Kinder und Jugendliche. Zwei historische Backsteinbauten bleiben als sichtbare Erinnerung an die Bahngeschichte des Areals erhalten und werden in das neue Quartier integriert.