03.06.2026    3 Bilder

Start zur letzten Etappe auf dem Weg zur elektrifizierten Traisentalbahn

Auf der Traisentalbahn werden bis 2027 umfangreiche Maßnahmen zur Attraktivierung umgesetzt. In den Streckenbereichen ab Traisen sind die Arbeiten bereits weitgehend abgeschlossen, jetzt wird der dritte und letzte Bauabschnitt von St. Pölten bis Traisen in Angriff genommen. 

Vlnr: LAbg. Christian Brenner, VD Judith Engel, Bgm. Manuel Aichberger (Lilienfeld), NR Johann Höfinger

Bis zum Start des Elektrobetriebes in rund eineinhalb Jahren liegt zwar noch ein umfangreiches Arbeitspensum vor den ÖBB – die bereits modernisierten Teilabschnitte Traisen – Hainfeld und Traisen – Freiland präsentieren sich jedoch schon heute in neuem Glanz. Sie vermitteln einen überzeugenden Eindruck davon, wie sich die Traisentalbahn nach Abschluss der umfassenden Modernisierung und Elektrifizierung Ende 2027 als moderne, barrierefreie und umweltfreundliche Bahnverbindung im Herzen Niederösterreichs darstellen wird.

Die Umsetzung des Projekts erfolgt in drei aufeinander abgestimmten Bauabschnitten: Den Anfang machte die Modernisierung des Abschnitts Traisen – Hainfeld von Februar bis Oktober 2025, gefolgt vom Abschnitt Traisen – Schrambach, der von Oktober 2025 bis Juni 2026 ausgebaut wurde. Den abschließenden Bauabschnitt bildet derzeit die Strecke Traisen – St. Pölten, deren Fertigstellung im Zeitraum von Juni 2026 bis Dezember 2027 vorgesehen ist. Gleichzeitig laufen in den beiden abzweigenden Streckenabschnitten die Arbeiten zur Errichtung der Oberleitungsanlage weiter, während im Abschnitt zwischen Traisen und Freiland noch Restarbeiten durchgeführt werden.

Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG: „Mit dem Start des letzten Bauabschnitts rückt die Fertigstellung der modernen Traisentalbahn einen entscheidenden Schritt näher. Bereits jetzt zeigen die fertiggestellten Streckenabschnitte, wie stark die Region von der umfassenden Modernisierung profitieren wird – mit mehr Komfort, barrierefreien Zugängen und einer deutlich leistungsfähigeren Infrastruktur. Der weitere Ausbau schafft die Grundlage für ein attraktives Bahnangebot mit dichteren Takten, kürzeren Reisezeiten und verbesserten Umstiegsmöglichkeiten. Damit stärken wir gezielt die Mobilität im Traisental und leisten zugleich einen nachhaltigen Beitrag zur regionalen Entwicklung und zum Klimaschutz.“

Der NÖ-Verkehrslandesrat, LH-Stellvertreter Udo Landbauer ergänzt: „Die NÖ Bahnhoffensive an der Traisen- und Gölsentalbahn ist ein Schlüsselprojekt für die Bevölkerung in der Region. Mit der Elektrifizierung der Traisentalbahn investieren wir in einen leistungsstarken und 100 Prozent barrierefreien Nahverkehr. Künftig profitieren Pendler und Schüler von schnelleren und attraktiven Verbindungen in einem dichteren Takt. Gleichzeitig setzen wir den nächsten großen Ausbauschritt für die Regio-S-Bahn St. Pölten und schaffen auf allen Bahnachsen im Zentralraum attraktive Halbstundenverbindungen. Unser Ziel ist klar: mehr Angebot, mehr Qualität und Verlässlichkeit für die Niederösterreicher.“

Arbeiten im Abschnitt St. Pölten – Traisen beginnen

Mit dem Start der Arbeiten im oberen Streckenbereich wird die dritte und letzte Bauphase eingeläutet. Dabei werden im Bereich der Haltestellen St. Pölten Porschestraße und Kreisbach barrierefreie Randbahnsteige mit einer Länge von jeweils 160 Metern errichtet, einschließlich barrierefreier Zugänge. Im Bahnhof St. Pölten Kaiserwald erfolgt die Herstellung der Oberleitungsanlagen sowie die Errichtung eines Schaltpostens.

Der Bahnhof Spratzern wird zu einem neuen Kreuzungsbahnhof (ohne Personenhalt) ausgebaut: Dazu werden die Bahnhofsgleise verlängert, um das angestrebte Angebotskonzept zu ermöglichen, eine neue Weiche errichtet sowie ein elektronisches Stellwerk (ESTW) als Voraussetzung für die Migration in die Betriebsführungszentrale geschaffen. Zusätzlich werden Weichenheizungen und eine Gleisfeldbeleuchtung installiert und die Oberleitungsanlagen hergestellt.

Im Bahnhof Wilhelmsburg an der Traisen umfasst das Maßnahmenpaket die Herstellung der Oberleitung, den Abtrag des Aufnahmegebäudes sowie die Errichtung einer Park-&-Ride- und Bike-&-Ride-Anlage. Vergleichbare Maßnahmen erfolgen auch im Bahnhof Traisen, wo ebenfalls die Oberleitung errichtet, Teile des Aufnahmegebäudes abgetragen und eine Park-&-Ride- sowie Bike-&-Ride-Anlage geschaffen werden.

Schienenersatzverkehr während der Bauphase

Aufgrund der Bauarbeiten im Abschnitt St. Pölten – Traisen kommt es im Zeitraum von 8. Juni bis 13. Dezember 2026 zu Einschränkungen im Bahnverkehr. In diesem Zeitraum wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Der Ersatzverkehr verkehrt täglich zwischen St. Pölten Hauptbahnhof und Schrambach (08:30 Uhr – 04:00 Uhr) bzw. Hainfeld (09:00 – 04:00 Uhr).

Fahrgäste werden gebeten, mehr Reisezeit einzuplanen und sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Verbindungen zu informieren. Detaillierte Fahrpläne sowie alle Informationen zum Ersatzverkehr sind auf der Homepage und Scotty abrufbar.

Die ÖBB ersuchen um Verständnis für die notwendigen Maßnahmen, die langfristig zu einer deutlichen Verbesserung von Angebot, Komfort und Umweltfreundlichkeit führen.

Arbeiten im Abschnitt Traisen – Hainfeld abgeschlossen

Im Streckenabschnitt Traisen – Hainfeld wurden die Arbeiten bereits 2025 erfolgreich erledigt. Dazu zählt der Neubau mehrerer Eisenbahnbrücken, unter anderem in Rohrbach an der Gölsen, Wiesenfeld-Schwarzenbach und Mühlbach. Ein zentrales Infrastrukturprojekt war die Errichtung des neuen Kreuzungsbahnhofs Bernreit, der künftig eine flexiblere Betriebsführung ermöglicht. Um das neue Fahrplankonzept realisieren zu können, wurden zudem punktuelle  Trassierungsanpassungen vorgenommen. Parallel dazu erfolgte die Herstellung moderner Kabelwege sowie der Oberleitungsanlagen, die die Grundlage für den elektrischen Bahnbetrieb bilden. Auch die Streckenentwässerung wurde umfassend ertüchtigt, um die Infrastruktur langfristig zu sichern. Im Sinne der Verkehrssicherheit wurden mehrere Eisenbahnübergänge auf den neuesten technischen Stand gebracht oder vollständig aufgelassen. Ergänzend dazu entstanden neue Technikgebäude, darunter auch elektronische Stellwerke in Hainfeld und Bernreit, die den Betrieb künftig effizienter steuern.

Arbeiten im Abschnitt Traisen – Freiland abgeschlossen

In den letzten Monaten wurden von Traisen Richtung Freiland zahlreiche Maßnahmen im Rahmen der Modernisierung der Traisentalbahn umgesetzt, um die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern. So entsteht aktuell  eine durchgehende Oberleitungsanlage von Traisen bis Schrambach, die künftig den elektrischen Bahnbetrieb auf diesem Abschnitt ermöglichen wird. Ebenso erfolgte die umfassende Modernisierung des Bahnhofs Lilienfeld sowie der Haltestellen Marktl, Lilienfeld Krankenhaus und Schrambach. Dabei entstanden barrierefreie Bahnsteige und Zugänge, um den Fahrgastkomfort und die Zugänglichkeit für alle Reisenden deutlich zu erhöhen. Neue Technikgebäude sowie moderne Warteunterstände wurden errichtet, eine verbesserte Bahnsteigbeleuchtung und zeitgemäße Informationssysteme installiert. Auch die Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen wurden ausgebaut, um den Umstieg auf die Bahn noch attraktiver zu gestalten. Im Bahnhof Lilienfeld wurde zudem eine Verlängerung der Gleisnutzlängen vorgenommen, um den Anforderungen des neuen Fahrplankonzepts gerecht zu werden. Darüber hinaus wurden Eisenbahnkreuzungen angepasst und die Trassierung optimiert, um künftig höhere Fahrgeschwindigkeiten zu ermöglichen. Abgerundet werden die Arbeiten durch die Erneuerung der Entwässerungsanlagen und Kabelwege, die zur langfristigen Betriebssicherheit beitragen.

Auch wenn bereits wesentliche Fortschritte erzielt wurden, sind die Arbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen – Restarbeiten werden noch bis in den Sommer 2026 andauern.

Ein Gewinn für Umwelt und Region

Mit dem Umstieg auf 100 % sauberen Bahnstrom und dem Einsatz moderner Elektrozüge wird nicht nur der CO₂-Ausstoß reduziert, sondern auch die Lärmbelastung für Anrainer:innen gesenkt. Die Modernisierung schafft die Voraussetzungen für einen Halbstundentakt zu den Hauptverkehrszeiten – ein echter Mehrwert für Pendler:innen, Schüler:innen und die gesamte Region.

Vorteile:

  • Umweltfreundlicher Elektro-Betrieb mit 100% grünem Bahnstrom
  • Steigerung des Fahrgastkomforts durch Einsatz moderner, barrierefreier Fahrzeuge
  • Angenehme Aufenthaltsqualität an neuen, modernen Bahnhöfen und Haltestellen
  • Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen für einen einfachen und schnellen Umstieg auf die Bahn
  • Schaffen eines Taktfahrplans mit Fahrplanverdichtung
  • Verkürzung der Reisezeiten
  • Reduktion der Lärmemissionen
  • Erhöhung der Sicherheit auf Straße und Schiene durch weniger Eisenbahnkreuzungen bzw. modernere Sicherungsanlagen
Bauzeit: 2025 – 2027

Bilder (3)

Letzte Etappe Traisental
4 240 x 2 832 © ÖBB/Zenger
Letzte Etappe Traisental
4 240 x 2 832 © ÖBB/Zenger
Letzte Etappe Traisental
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ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.