09.07.2026    3 Bilder

ÖBB zünden Turbo auf der Neubaustrecke im Unterinntal

  • Der vorbereitete Überholbahnhof im Terfenertunnel wird aktiviert 
  • ÖBB setzen auf das Zugsicherungssystem ETCS und schaffen zusätzliche Streckenkapazitäten 
  • Umbauarbeiten beginnen bereits diese Woche und dauern bis Mitte September. Zu Schulbeginn stehen die Bahnanlagen wieder uneingeschränkt zur Verfügung. 

 

Die ÖBB bauen im Bahntunnel bei Vomp in den kommenden Wochen einen neuen Überholbahnhof. Der Ausbau wurde schon vor vielen Jahren vorbereitet. Nun erfolgt der Einbau von Weichen, Fahrleitung und Bahntechnik.

(Innsbruck, 9. 7. 2026) - Seit 2012 bildet die Neubaustrecke zwischen Kundl und Baumkirchen das Rückgrat der Bahninfrastruktur im Tiroler Unterinntal. Güterzüge fahren bei Tag und Nacht umweltschonend durch die modernen Tunnels, der Personenfernverkehr nutzt die im Vergleich zur Bestandstrecke höhere zulässige Reisegeschwindigkeit von bis zu 220 km/h. Das Angebot im Regionalverkehr wurde in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut. Nun setzen die ÖBB gezielte Maßnahmen, um die Leistungsfähigkeit der neuen Gleise weiter zu steigern.  

 

Aufrüstung wurde bereits beim Bau der Unterinntalbahn vorbereitet 

Bereits beim Bau der neuen Unterinntalbahn haben die ÖBB in Vomp die Errichtung eines Überholbahnhofs vorbereitet. Auf einer Länge von rund zwei Kilometern befinden sich bereits ein drittes und viertes Gleis im Bahntunnel. Durch die Ausrüstung mit acht Weichen und moderner Bahntechnik wird nun diese „Kapazitätsreserve“ aktiviert. Ein Überholbahnhof ermöglicht zum Beispiel, dass ein Güterzug ausweicht, damit Personenzüge rascher überholen können. Ist die Strecke wieder frei, setzt der Güterzug seine Fahrt fort. 

 

Zusätzliche Kapazitäten für den Bahnverkehr 

Sowohl im Münsterer- als auch im Terfenertunnel setzen die ÖBB einen zusätzlichen Impuls zur Modernisierung der Strecke. Bereits jetzt in Betrieb ist das moderne Zugsicherungssystem ETCS. Nun werden die ergänzend dazugeschalteten Lichtsignale ausgebaut und „Blockabstände“ verdichtet. Dadurch können noch mehr Züge in kürzeren Abständen durch die Tunnels fahren. 

 

Bauarbeiten erfordern die Sperre der Tunnels der neuen Unterinntalbahn 

Für die Umbauarbeiten ist in den kommenden Monaten auch die Sperre der betroffenen Bahntunnels erforderlich. Die Arbeiten starten am 10. Juli und dauern bis 14. September 2026. Zuerst wird bis 25. Juli im Ostabschnitt, dem Münsterertunnel zwischen Radfeld und Jenbach, gearbeitet. Anschließend ist die gesamte Eisenbahn-Neubaustrecke für drei Tage gesperrt. Die Bautätigkeit im Westabschnitt, dem Terfenertunnel, startet am 28. Juli und dauert bis zur Gesamtfertigstellung der Arbeiten am 14. September. Durch die Ausrüstung mit neuester Bahntechnik zählt die neue Unterinntalbahn zukünftig zu den modernsten Bahnstrecken Europas. 

 

ÖBB ersuchen Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt zu informieren 

Die Bauarbeiten haben Auswirkungen auf den Nah- und Fernverkehr. Fernverkehrszüge werden auf die oberirdische Bestandstrecke ausweichen und werden aus Richtung Osten kommend einige Minuten später in Innsbruck ankommen bzw. entsprechend früher von Innsbruck abfahren. Aufgrund der aktuell im Fahrplan hinterlegten Zeitreserven ergeben sich für Fahrgäste, die weiter ins Tiroler Oberland, nach Vorarlberg und in die Schweiz fahren, keine Änderungen. Ab 22.8. bis zum Projektabschluss im September entfallen die Interregio-Züge im Abschnitt Wörgl – Innsbruck. Als Ersatz gibt es Zusatzhalte der Railjets in Jenbach. Reisende werden ersucht, sich über die elektronische ÖBB-Fahrplanauskunft SCOTTY zu informieren. In der App sind Ankünfte und Abfahrten aller verkehrsführenden Unternehmen abgebildet. 

 

Vorübergehende Abweichungen im Regionalverkehr 

Leider sind auch im Regionalverkehr baubedingt Einschränkungen nicht zu vermeiden. Die Züge REX2 und S3 werden für die Fahrt durch das Tiroler Unterland zwei Minuten zusätzlich benötigen. Ab 25. Juli wendet die S3 einmal je Stunde am Bahnhofs Fritzens-Wattens. Die Halte östlich davon werden vorübergehend von diesen Zügen nicht bedient. Die CJX-Verbindungen werden rund 12 Minuten länger unterwegs sein. Die vorgezogenen Abfahrtszeiten sind in der elektronischen Fahrplanauskunft hinterlegt. Die ÖBB ersuchen die Anrainer:innen an den Zufahrten zu den Portalbereichen um Verständnis für das punktuell erhöhte Verkehrsaufkommen durch Baustellenfahrzeuge. 

 

Zahlen, Daten, Fakten 

8 Stück neue Weichen in fester Fahrbahn (Betonoberbau) 

2.000 Meter Gleisbau 

25.000 Meter Kabel verlegt 

800 Meter Oberleitung 


 

Bilder (3)

ÖBB rüsten die Tunnels der Unterinntaltrasse auf
5 712 x 4 284 © ÖBB/AEP/Florian Galler
ÖBB rüsten die Tunnels der Unterinntaltrasse auf
5 712 x 4 284 © ÖBB/AEP/Florian Galler
ÖBB rüsten die Tunnels der Unterinntaltrasse auf
5 712 x 4 284 © ÖBB/AEP/Florian Galler
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.