17.06.2026    4 Bilder

ÖBB-Rahmenplan 2027–2032: 19,5 Mrd. Euro für ein leistungsfähiges Bahnnetz

  • Klug investieren, verantwortungsvoll sparen
  • Projekte priorisieren, bündeln und gezielt neu reihen
  • Erhöhte Verkehrswirksamkeit für Kunden und Fahrgäste
  • Baustellen-bedingte Einschränkungen bewusst reduziert

Kreuzungsbauwerk für Züge an der Pottendorfer Linie zwischen Pottendorf und Ebenfurth

(Wien, 17. Juni 2026) – Die ÖBB setzen mit dem neu beschlossenen Rahmenplan für 2027–2032 ihren Investitionskurs in ein modernes, leistungsfähiges und zuverlässiges Bahnnetz für morgen fort. Geplant sind dafür Investitionen in der Höhe von 19,5 Mrd. Euro. Der Rahmenplan bildet die finanzielle Grundlage für zentrale Vorhaben in der Bahninfrastruktur und stellt sicher, dass auch unter anspruchsvollen budgetären Rahmenbedingungen weiterhin gezielt in jene Projekte investiert wird, die für Stabilität, Qualität und Kapazität im System Bahn entscheidend sind.

„Im Mittelpunkt des Rahmenplans stehen die Menschen, die täglich auf ein verlässliches Bahnangebot angewiesen sind. Es ist uns gelungen, den ÖBB Rahmenplan trotz Konsolidierungsbeiträge auf einem sehr hohen Niveau für die nächsten sechs Jahre zu halten. Investitionen von rund drei Milliarden Euro pro Jahr sind ein klares Bekenntnis zum Ausbau der Bahn, zum Wirtschaftsstandort Österreich und dem Vorantreiben der Mobilitätswende“, so Mobilitätsminister Peter Hanke.

Die ÖBB setzen dabei auf eine ausgewogene Balance aus Aus- und Neubau, Modernisierung des Bestandsnetzes sowie laufenden Reinvestitionen in eine robuste und zukunftsfitte Infrastruktur. Deshalb sind ergänzend zu den 19,5 Mrd. Euro im neuen Rahmenplan 2027-2032 weitere 5 Mrd. Euro für die Instandhaltung (Entstörung, Inspektion/Wartung und Instandsetzung) vorgesehen.

„Auch die ÖBB leisten einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung. Sparen heißt aber nicht stoppen: jedes begonnene Bauprojekt wird fertig gebaut. Und sparen heißt auch, dass Projekte priorisiert werden. Jeder investierte Euro wird dort eingesetzt, wo er die größte Verkehrswirkung entfaltet. Mit dem neuen Rahmenplan bauen die ÖBB weiter an einer starken und verlässlichen Schieneninfrastruktur der Zukunft,“ betont ÖBB CEO Andreas Matthä.

Abgestimmter Bau – bessere Wirkung
Der Fokus liegt im neuen Rahmenplan auf einer achsenorientierten Betrachtung des Netzes: Vorhaben entlang wichtiger Strecken werden so aufeinander abgestimmt, dass sie einander in ihrer Wirkung verstärken. Davon profitieren Reisende langfristig durch mehr Pünktlichkeit, höhere Zuverlässigkeit, bessere Anschlüsse, attraktivere Umstiege und kürzere Fahrzeiten. Gleichzeitig hilft die Bündelung von Maßnahmen dabei, Baustellen effizienter abzuwickeln und den laufenden Bahnbetrieb so stabil wie möglich zu halten.

Zu den zentralen Schwerpunkten des Rahmenplans zählen der Ausbau und die Attraktivierung bestehender Infrastruktur, moderne Systeme für Zugsicherung und Betriebsführung sowie laufende Reinvestitionen in Netz und Anlagen. Damit werden sowohl Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr gesichert als auch die Voraussetzungen geschaffen, den Eisenbahnbetrieb durch Digitalisierung und Modernisierung stabil in die Zukunft zu führen.

Service und Komfort für Kund:innen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf modernen, kund:innenorientierten Bahnhöfen und multimodalen Angeboten. Investitionen in Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen, Rail&Drive-Standorte, verbesserte Kund:inneninformation, mehr Aufenthaltsqualität und zusätzliche Services an Bahnhöfen stärken die gesamte Reisekette. Ziel ist es, den Weg mit der Bahn noch komfortabler, einfacher und attraktiver zu machen – von der ersten bis zur letzten Meile.

Darüber hinaus investiert der Rahmenplan gezielt in Sicherheit und Resilienz. Dazu zählen unter anderem die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen, Maßnahmen für klimaresiliente Infrastruktur, die Steigerung der Energieeffizienz bei Bahnhöfen und Betriebsgebäuden sowie Investitionen in die Einspeisung von erneuerbarer Energie in die Oberleitung. Auch die Dekarbonisierung durch Elektrifizierungen bleibt ein wesentlicher Bestandteil des Programms.

Auf Schiene
Unverändert auf Schiene sind essenzielle Bauvorhaben wie zum Beispiel der Semmering-Basistunnel mit der geplanten Inbetriebnahme 2029 oder damit eng verknüpft die laufende Erneuerung der Semmering-Bergstrecke zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag bis 2028.

Ergänzend dazu sind auch der Umbau des Wr. Neustädter Nordkopfs (bis 2029), das Upgrade der Wiener S-Bahn inklusive Zulaufstrecken (bis 2027) und die Attraktivierung der Verbindungsbahn (bis 2036) weiter im Zeitplan. 

Beim Ausbau der Nordbahn konnten durch ein neues Baukonzept sogar drei Jahre Bauzeit und gleichzeitig rund 100 Mio. Euro eingespart werden. Die Fertigstellung ist aus heutiger Sicht 2034 geplant.

Auch der Brenner Nordzulauf bleibt auf Schiene und soll bis 2039 fertig gestellt sein.

Entlang der Weststrecke ist der viergleisige Streckenausbau zwischen Linz und Wels weiter im Plan und wird voraussichtlich 2031 fertiggestellt. Weiter westlich ist der zweigleisige Ausbau bei Bludenz Richtung Arlberg (Klosterbogen, geplante Inbetriebnahme 2029) auf Schiene.

Um im Alltag auch in den Genuss von Komfort und Barrierefreiheit zu kommen, sind die Modernisierungsvorhaben einzelner Bahnhöfe weiterhin im Zeitplan, etwa der Bahnhofsumbau in Rothenthurn (Kärnten, Inbetriebnahme 2027) oder Himberg (NÖ, Inbetriebnahme 2026). Auch zahlreiche Streckenattraktivierungen laufen wie geplant weiter, etwa die Attraktivierung der Puchbergerbahn (NÖ, bis 2027) und der Steirischen Ostbahn (STMK, bis 2030). Die Elektrifizierungen der Traisentalbahn (NÖ, bis 2027), der Mattersburgerbahn (NÖ/Bgld., bis 2027), der Mattigtalbahn (OÖ, bis 2027) und der Innkreisbahn (OÖ bis 2029) werden wie geplant umgesetzt.

87% der Projekte weiterhin auf Schiene
Insgesamt werden 87 % der bisherigen Projekte planmäßig weiterverfolgt. Einige Projekte wurden bewusst neu gereiht, um gezielt Spielraum für Investitionen zu schaffen, die entlang von Achsen bzw. wechselseitig wirken. So besagt der neue Zeitplan für den viergleisigen Ausbau der Weststrecke im Salzburger Flachgau zwischen Köstendorf und Salzburg eine Fertigstellung 2046 statt wie bisher 2044. Positiv dabei: Im Rahmen der vertieften Planungen konnte die geplante Bauzeit um drei Jahre verkürzt und die notwendige Investition um rund 300 Mio. Euro reduziert werden.

Der Bau der Flughafenspange zur Anbindung des Flughafens Wien Richtung Bratislava und weiter nach Budapest wurde um zwei Jahre nach hinten verschoben und ist aus heutiger Sicht 2037 (statt 2035) fertig. Unabhängig davon laufen die aktuellen Projektierungsarbeiten planmäßig weiter.

Die gesamte Modernisierung der Franz-Josefs-Bahn (NÖ) inklusive selektiv zweigleisigem Ausbau wird ein Jahr später fertig, 2034 statt 2033. Die Modernisierung der weiteren Bahnhöfe entlang der inneren Weststrecke in NÖ erfolgt stufenweise bis 2037. Der selektiv zweigleisige Ausbau auf der Pyhrnstrecke zwischen Nettingsdorf und Rohr-Bad Hall geht voraussichtlich bis 2039 statt 2037 in Betrieb. Weitere Anpassungen gibt es unter anderem entlang der Regionalbahnen in der Steiermark und in Kärnten: Die Modernisierung der Ossiacherseebahn ist aus heutiger Sicht 2040 (statt 2036) fertig, die Elektrifizierung der Strecke Zeltweg - Pöls 2034 (statt 2027) und die Salzkammergutbahn wird schrittweise bis 2033 (statt 2030) modernisiert.

Aus dem Projektverlauf, z.B. längere Verfahrensdauern, gibt es zum Beispiel Verschiebungen bei der Schleife Ebenfurth (2032 statt 2028), dem viergleisigen Ausbau Meidling – Mödling (Inbetriebnahme 2037 statt 2035, Viergleisigkeit zwischen Meidling – Liesing ab 2033) oder der Linienverbesserung am Pass Lueg (2039 statt 2037).

Leistungsfähige Infrastruktur
Mit dem Rahmenplan 2027–2032 bekräftigen die ÖBB ihren Anspruch, die Mobilitäts- und Klimawende mit einer leistungsfähigen Bahninfrastruktur aktiv mitzugestalten. Die Investitionen sichern nicht nur ein verlässliches Angebot für Fahrgäste und den Wirtschaftsstandort Österreich, sondern schaffen auch die Grundlage dafür, dass künftig noch mehr Menschen und Güter klimafreundlich auf der Schiene unterwegs sein können. 

Einen detaillierten Überblick und weitere Informationen zum Rahmenplan finden Sie hier.

Bilder (4)

Kreuzungsbauwerk_Pottendorfer_c_OEBB_studiobaff
5 272 x 3 948 © ÖBB / studiobaff
Visualisierung_Bf_Straßwalchen_c_OEBB_Fally + Partner Architekten ZT
6 400 x 3 600 © ÖBB / Fally + Partner Architekten ZT
20_OEBB_Angath-Rohbaustollen_c_Sailerbrothers
6 400 x 4 269 © Sailerbrothers
Neubau Brücke Werkskanal Pottendorf an der Pottendorfer Linie_c_OEBB_studiobaff
5 272 x 3 948 © ÖBB / studiobaff
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.