Durch die Sicherheitsstrategie bleibt weniger Zeit und Raum für Sprayer:innen
(Wien, 20.03.2026) – 2,2 Millionen Euro betrug der Schaden, den die ÖBB im abgelaufenen Jahr durch Graffiti auf Zügen und Bahnhofsanlagen erlitten. Das ist weniger als die Hälfte des Wertes von 2024 mit 4,5 Mio. Euro. Grund für den Rückgang ist die Sicherheitsstrategie der ÖBB, die den Sprayer:innen immer weniger Zeit und Raum für ihre „Werke“ lässt. Dies führt zu kleineren Motiven und entsprechend niedrigeren Reinigungskosten. Auch die zu reinigende Fläche an den Zügen der ÖBB ist um rund 28 % auf 37.701 m² geschrumpft (2024: 52.418 m²). Dennoch bleibt die Situation herausfordernd.
Denn die Fälle selbst sind trotz halbierter Schadenssumme gestiegen: 2.859 Fälle im Jahr 2025 gegenüber 2.710 im Jahr 2024 lautet die Bilanz. Die ÖBB führen die geringere Schadensumme auf eine optimierte Sicherheitsstrategie zurück, die konsequent fortgeführt wird. Ein engmaschigeres Überwachungsnetz und geschultes Sicherheitspersonal haben die Reaktionszeiten zusätzlich verkürzt.
Konsequente Strafverfolgung und Prävention
Graffiti ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die das Eigentum der Steuerzahler:innen schädigt. Die ÖBB dokumentieren jedes Graffiti und bringen jeden einzelnen Fall konsequent zur Anzeige. Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist dabei so eng wie nie zuvor: Schon 2024 konnte die Zahl der überführten Täter:innen im Vergleich fast verdoppelt werden, und auch 2025 blieb die Erfolgsquote auf diesem hohen Niveau. Neben der Strafverfolgung setzen die ÖBB auf präventive Maßnahmen wie bauliche Zäune, geschultes Sicherheitspersonal und Videoüberwachung.
Täglicher Einsatz für Sauberkeit
Fakt ist, dass sich die Verunreinigungen von Zügen und Bahnhöfen negativ auf den Wohlfühlfaktor und das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste auswirken. Auch die Akzeptanz von öffentlichen Verkehrsmitteln im Allgemeinen leidet darunter. Für die Dauer der aufwendigen Reinigung fehlen diese Züge naturgemäß im Betrieb und können das Platzangebot für die Fahrgäste verringern bzw. für Zugausfälle sorgen. Die Züge werden stets so schnell wie möglich gereinigt, weil oft auch Sicherheitshinweise übersprüht werden, die im Unglücksfall Leben retten können. Gleichzeitig verbessern die ÖBB kontinuierlich die Reinigungsmaßnahmen und steigern zugleich die Reinigungsleistungen.
Lebensgefahr wird oft unterschätzt
Neben dem Ausfall der Zuggarnituren für die Dauer der Reinigung und dem wirtschaftlichen Schaden, betonen die ÖBB erneut die lebensgefährlichen Risiken für die Sprayer selbst. Der illegale Aufenthalt im Gleisbereich, herannahende Züge und 15.000 Volt führende Oberleitungen führen immer wieder zu tragischen Unfällen. Die ÖBB appellieren daher eindringlich, legale Flächen für Graffiti-Kunst zu nutzen, um weder die eigene Sicherheit noch den Bahnbetrieb zu gefährden. Dort, wo jedoch Privateigentum oder Züge der ÖBB durch Graffitis beschädigt wird, gibt es ein klares Nein.