(Perg, 01. Mai 2026) - Am Bahnhof Perg gibt es wieder Grund zur Freude: Im Storchennest auf dem ÖBB-Funkmast sind die ersten Jungstörche Oberösterreichs geschlüpft. Bereits seit sechs Jahren hat ein Storchenpaar den 26 Meter hohen Mast als Zuhause ausgewählt. Damit die geschützten Tiere dort sicher nisten können und gleichzeitig der Bahnbetrieb reibungslos funktioniert, haben die ÖBB gemeinsam mit Behörden und Naturschutzorganisationen spezielle Maßnahmen umgesetzt.
Hoch hinaus für den Artenschutz
Störche lieben freie Sicht und hohe Landeplätze. ÖBB-Funkmasten bieten dafür ideale Bedingungen. So entschied sich das Storchenpaar bereits vor einigen Jahren für den Funkmast am Bahnhof Perg als Nistplatz. Um den Lebensraum der Tiere langfristig zu sichern, wurde hoch oben auf dem Mast eine eigens angefertigte Plattform montiert. Sie dient als stabile Unterlage für das Nest, schützt die technische Infrastruktur vor Verunreinigungen und stellt gleichzeitig sicher, dass die Funktechnik weiterhin betriebssicher genutzt werden kann.
Artenschutz und Infrastruktur im Einklang
Sobald sich Störche ansiedeln, steht ihr Nest unter Schutz und muss im Originalzustand erhalten bleiben. Die ÖBB arbeiten deshalb auch in Perg eng mit Behörden und Naturschutzorganisationen zusammen. Eine mögliche Umsiedelung der Tiere wurde geprüft, war jedoch nicht umsetzbar: Dafür hätte sich im Umkreis von 20 Metern ein gleichwertiger Standort befinden müssen, was am Bahnhof Perg nicht gegeben war. Mit der Plattform konnte daher eine optimale Lösung im Sinne des Artenschutzes gefunden werden.
Behutsame Arbeiten vor der Brutsaison
Noch vor Beginn der Brutsaison im März wurde das Nest mit einem Autokran vorsichtig heruntergehoben. Anschließend demontierten Fachkräfte die Antennen des Funkmastes und montierten die speziell angefertigte Plattform in luftiger Höhe. Danach wurden die Antennen wieder fachgerecht angebracht und das gereinigte Nest sicher auf der Plattform verankert.
Willkommen im Storchennest
Wer einen Blick in das Leben der gefiederten Bewohner werfen möchte, kann das online tun: Unter http://infrastruktur.oebb.at/stoerche bieten zeigen Bildergalerien und die österreichweit erste ÖBB-Storchenkamera seit 2023 das Leben im Nest am Bahnhof Perg – vom Nestbau über die Brutzeit bis hin zur Aufzucht der Jungtiere.
Wilde Zeiten im Nest
Während des ersten Lebensmonats werden die Jungstörche ständig von einem Elternteil bewacht. Nach rund zwei Monaten werden die Nesthocker flügge, bleiben aber noch einige Wochen in der Obhut ihrer Eltern. Mit etwa zweieinhalb Monaten sind die jungen Störche selbständig, wenig später trennen sie sich von den Elterntieren. Störche können dabei ein Alter von über 20 Jahren erreichen.
Die große Reise – oder doch lieber zuhause bleiben
Ab Anfang August schließen sich die jungen Störche erstmals den Zugbewegungen Richtung Süden an. Dann kehrt wieder Ruhe im Nest ein. Die Elterntiere hingegen bleiben mittlerweile oft auch über den Winter in Österreich. Die Überwinterung hierzulande hat sich in den vergangenen Jahren bewährt – und so fühlt sich das Storchenpaar am Bahnhof Perg offenbar auch in der kalten Jahreszeit zuhause.