Wasserstoffbus in Landschaft
(Villach, 6. Mai 2026) – Mit der heutigen Präsentation der neuen wasserstoffbetriebenen Regionalbusse und der Inbetriebnahme von Österreichs erster Wasserstoff‑Betriebstankstelle setzt Kärnten einen entscheidenden Schritt hin zur Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs. Mit 35 von ÖBB Postbus betriebenen Bussen kommt eine groß angelegte Wasserstoffbusflotte im Regionalverkehr zum Einsatz – zugleich handelt es sich um die größte Wasserstoffbusflotte Österreichs.
Die Anschaffung der Busse sowie die Errichtung der Tankstelle wurden im Rahmen des Projekts „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“, einer Initiative des Landes Kärnten, ermöglicht. Das Projekt DeCarB wird gemeinsam vom Land Kärnten und einem breiten Partnerkonsortium aus Verkehrsverbund Kärnten, Gutmann, Kelag sowie Postbus umgesetzt. Ziel ist es, emissionsfreie Antriebstechnologien nachhaltig in den Regelbetrieb zu bringen – auch dort, wo lange Distanzen, topografische Herausforderungen und enge Umläufe den öffentlichen Nahverkehr prägen.
Für das Land Kärnten ist dieses Projekt ein zentraler Baustein der langfristigen Mobilitäts‑ und Wasserstoffstrategie und ein klares Bekenntnis zu Innovation, Klimaschutz und regionaler Wertschöpfung.
„Auf dem innovativen Weg, den Kärnten im Bereich Wasserstoff bereits seit 2020 eingeschlagen hat, erreichen wir heute einen bedeutenden Meilenstein, auf den wir lange hingearbeitet haben. Die Inbetriebnahme der ersten Wasserstoff-Betriebstankstelle in Österreich und der größten Wasserstoff-Busflotte zeigt vor allem eines: mit dem gemeinsamen Projekt „DeCarb“ setzen wir das wohl ambitionierteste Mobilitätsprojekt in ganz Österreich und eines der fortschrittlichsten in ganz Europa um. Das Gesamtpaket macht Kärnten zu einer Wasserstoff-Modellregion und stärkt unseren Wirtschafts- und Innovationsstandort entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir haben mit diesem Projekt 28 Millionen Euro Fördermittel für Kärnten gesichert und sorgen damit für einen wirklichen Investitionsschub. Ich möchte mich im Namen des Landes bei allen Projektpartnern für die sehr gute Zusammenarbeit und das jahrelange Commitment zum Projekt DeCarb bedanken. Gemeinsam haben wir eine Vision Realität werden lassen“, so Landesrat Sebastian Schuschnig.
Premiere mit Signalwirkung: Innovation im Regelbetrieb
„Was wir hier gemeinsam in einer starken Allianz in Kärnten realisiert haben, ist weit mehr als ein einzelnes Flottenprojekt: Mit der Inbetriebnahme von 35 neuen Wasserstoffbussen zeigen wir, dass emissionsfreie Mobilität auch im Regionalverkehr bereit für den Alltag ist. Dieses Projekt ist ein wichtiger Meilenstein und wegweisend für künftige Vorhaben im öffentlichen Nahverkehr“, sagt ÖBB Postbus Vorstand Alfred Loidl.
Die von Postbus betriebenen Wasserstoffbusse sind künftig auf Regional- und Überlandlinien unter anderem im Unteren Drautal, rund um den Faaker See und Ossiacher See, im Gegendtal, Rosental sowie im Raum Wernberg unterwegs. Technisch arbeiten die Busse wie Elektrobusse, haben aber mit bis zu 400 Kilometern pro Tankfüllung deutlich größere Reichweiten. Dabei stoßen sie nur Wasser aus und sind ideal für lange Umläufe und anspruchsvolle Strecken im täglichen Linienbetrieb.
Betriebstankstelle bildet Herzstück für emissionsfreien Nahverkehr
Ein zentrales Element für den erfolgreichen Einsatz der neuen Busse ist die erste Wasserstoff‑Betriebstankstelle, die am Postbus‑Standort Villach in Betrieb geht. Errichtet wurde die Anlage von der Firma Gutmann, einem auf Mobilitäts- und Energielösungen fokussierten Unternehmen. Sie gilt als Schlüssel‑ und Prestigeprojekt für die Wasserstoffmobilität im öffentlichen Verkehr.
„Mit der ersten Wasserstoff‑Betriebstankstelle schaffen wir die notwendige Basis, damit Wasserstoff im öffentlichen Verkehr dauerhaft und zuverlässig eingesetzt werden kann. Unser Fokus liegt auf Versorgungssicherheit, hoher Sicherheitsstandards und einem reibungslosen Betrieb – denn nur mit der richtigen Infrastruktur wird aus innovativer Technologie gelebte Praxis“, sagt Alexander Gutmann, Geschäftsführer der Gutmann GmbH.
Der grüne Wasserstoff wird regional und CO₂‑frei in der Elektrolyseanlage der Kelag produziert und gelangt per Trailer von Arnoldstein über eine kurze Distanz von rund 25 Kilometern zur Betriebstankstelle. Dort wird er gespeichert und verdichtet, bevor die Busse betankt werden können.
Rund 140 Tonnen Wasserstoff werden jährlich angeliefert, womit die tägliche Versorgungssicherheit im Linienbetrieb gewährleistet ist. Die Busse verfügen über eine Wasserstofftankkapazität von rund 40 Kilogramm, ein Tankvorgang dauert rund zehn bis 15 Minuten und ist damit mit herkömmlichen Betankungsprozessen vergleichbar.
Nutzen für Fahrgäste und Region
Aus Sicht des Verkehrsverbunds ist das Projekt ein zentraler Baustein für einen zukunftsfähigen öffentlichen Verkehr, wovon vor allem die Region sowie die Fahrgäste profitieren. „Die neue Antriebstechnik erfordert räumlich und zeitlich ganz bestimmte Wagen-Umläufe, die dem Nutzen für die im Villacher Umland ansässige Bevölkerung und die dort logierenden Gäste sehr zuträglich sind“, so Christian Heschtera, Geschäftsführer Verkehrsverbund Kärnten GmbH
Technologie für den Regionalverkehr
Die eingesetzten 12‑Meter‑Busse stammen vom Hersteller MCV (Manufacturing Commercial Vehicles) und wurden im Rahmen einer regulären Ausschreibung nach dem Bestbieterprinzip beschafft. Gefördert wurde die Anschaffung über das EBIN-Programm für emissionsfreie Nutzfahrzeuge der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft). Als elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit Wasserstoff‑Brennstoffzelle verbinden sie hohe Reichweiten mit kurzen Betankungszeiten und sind speziell für den Regional‑ und Überlandverkehr ausgelegt. „Wir freuen uns außerordentlich, dass unser wasserstoffelektrisches Konzept für den Linienverkehr in anspruchsvoller Geographie bei den Verantwortlichen der Österreichischen Postbus überzeugt hat und bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für das uns entgegen gebrachte Vertrauen", so Pierre Dellori, Geschäftsleitung der MCV Deutschland GmbH.
Kärnten als Modellregion
Mit der Kombination aus Fahrzeugen, regional aus erneuerbarer Energie produziertem Wasserstoff und eigener Betankungsinfrastruktur setzt Kärnten ein deutliches Zeichen für klimafreundlichen öffentlichen Verkehr und übernimmt eine Vorreiterrolle. Die gewonnenen Erfahrungen sollen als Grundlage für weitere Projekte dienen – in Kärnten ebenso wie in anderen Regionen.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.