Die ÖBB transportieren nicht nur Fahrgäste und Güter von A nach B, sondern bewegen auch die Menschen entlang der Franz-Josefs-Bahn. Die wichtige Verbindung aus dem Wald- und Weinviertel nach Wien wird in den kommenden Jahren modernisiert. Die Fahrgäste und insbesondere die Pendler:innen werden vom verbesserten Angebot profitieren.
Bei Planausstellungen im Konzerthaus Weinviertel in Ziersdorf und im Rathaus Eggenburg informierte kürzlich die zuständige ÖBB-Projektleitung über den Status Quo des Projekts. Die Veranstaltungen waren mit insgesamt über 300 Besucher:innen sehr gut besucht. „Wir freuen uns über das große Interesse an der Franz-Josefs-Bahn und informieren transparent und umfassend über die geplanten Baumaßnahmen“, so Peter Gneist, der seitens ÖBB-Infrastruktur AG für die Modernisierungsmaßnahmen verantwortlich zeichnet. Expert:innen beantworteten Fragen und diskutierten jeweils rund drei Stunden lang mit den interessierten Bürger:innen. Auch zahlreiche Bürgermeister:innen aus der Region nahmen an den Informationsveranstaltungen teil.
Gmünd – Wien mit bis zu 160 km/h
Die Franz-Josefs-Bahn wird in den kommenden Jahren zukunftsfit. Dazu wird die bestehende Strecke zwischen Gmünd und Wien nach einem gemeinsamen Konzept von ÖBB und Land NÖ modernisiert. Die Bahnhöfe Großweikersdorf, Ziersdorf, Limberg-Maissau, Eggenburg und Sigmundsherberg werden schrittweise von 2024 bis 2028 erneuert und barrierefrei ausgestattet sowie mit elektronischen Stellwerken ausgerüstet. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit wird angehoben und in ausgewählten Abschnitten auf bis zu 160 km/h erhöht. Dafür werden Oberbau, Unterbau und Oberleitung bereichsweise erneuert. Eisenbahnkreuzungen werden technisch gesichert oder wenn möglich aufgelassen. Diese Maßnahmen schaffen einen Gewinn für Bahnfahrer:innen: höherer Komfort, besserer Takt und kürzere Fahrzeiten.
„Die Gemeinden entlang der Franz-Josefs-Bahn profitieren von modernen Bahnhöfen und unsere Fahrgäste dürfen sich über ein noch besseres Angebot freuen. Das Wald- bzw. Weinviertel und Wien rücken dank mehr und schnellerer Verbindungen näher zusammen“, so Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG.
„Unsere gemeinsamen Investitionen im Rahmen der größten Leistungsoffensive auf der Schiene bringen nicht nur mehr Züge und bis zu 15 Minuten kürzere Fahrzeiten – sie bringen Zukunft und Perspektive ins Waldviertel. Wer hier lebt, pendelt oder arbeitet, darf sich auf moderne barrierefreie Bahnhöfe, einen täglichen Stundentakt bis Gmünd und deutlich schnellere Verbindungen mit den Waldviertel-Sprintern freuen. Das seit zwei Jahren bestehende Angebot der grenzüberschreitenden Züge Silva Nortica Wien – Prag mit Halten im Waldviertel profitiert ebenso vom Ausbau der historischen Bahnachse zwischen Niederösterreich und Böhmen Richtung Budweis, Prag oder Pilsen. Damit stärken wir die Mobilität, die Infrastruktur und die Lebensqualität und setzen einen starken wirtschaftlichen Impuls für unsere Gemeinden entlang der Strecke. Die Franz-Josefs-Bahn wird zur schnellen und verlässlichen Mobilitätsachse in den Ballungsraum und zum Nachbarland Tschechien“, ergänzt LH-Stv. Udo Landbauer.
Strecke 2026 für rund 1,5 Monate gesperrt
Die ÖBB sind bemüht, die Einschränkungen für die Fahrgäste während der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Dennoch ist es notwendig, im Jahr 2026 die Strecke von 27. April bis 09. Juni zwischen Absdorf-Hippersdorf und Sigmundsherberg zu sperren. Es wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Im Jahr 2027 wird die Strecke voraussichtlich von April bis Juni unterbrochen sein.
Vorteile für Fahrgäste
Zwischen Wien und Gmünd ist durch den Ausbau der Infrastruktur ein durchgehender Stundentakt bzw. ein Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit möglich. Bahnfahrer:innen dürfen sich ab Ende 2027 über schnellere Zugverbindungen freuen.
Um 15 Minuten schneller von Horn nach Wien
Die Bezirkshauptstadt Horn wird bis Ende 2030 durch eine teilweise neue, elektrifizierte Bahnstrecke besser an den Bahnhof Sigmundsherberg angeschlossen. Fahrgäste profitieren ohne ein Umsteigen in Sigmundsherberg von rund 15 Minuten kürzeren Fahrzeiten. Die Fahrt von Horn nach Wien dauert dann erstmals nur noch rund 70 Minuten
Kurze zweigleisige Abschnitte
Bis ins Jahr 2033 soll die Franz-Josefs-Bahn abschnittsweisezweigleisig ausgebaut werden - nördlich von Absdorf-Hippersdorf auf einer Länge von ca. zweieinhalb Kilometern und östlich von Irnfritz auf rund vier Kilometern Länge. Dadurch können einander Züge in diesen Abschnitten auf freier Strecke begegnen und aneinander vorbeifahren, ohne im Bahnhof den Gegenzug abwarten zu müssen. Das erhöht auf effiziente Weise die Streckenkapazität und verkürzt die Fahrzeit. Die Bahnhöfe Hötzelsdorf-Geras und Irnfritz werden modernisiert und kundenfreundlich sowie barrierefrei gestaltet. Darüber hinaus werden im Nordabschnitt bis Gmünd ebenfalls Modernisierungsarbeiten ausgeführt, um auch in diesem Streckenabschnitt eine höhere Geschwindigkeit zu ermöglichen.
Die Verbesserungen zwischen Absdorf-Hippersdorf und Sigmundsherberg auf einen Blick (ab Ende 2027):
- Fahrzeitersparnis zwischen Sigmundsherberg und Wien Heiligenstadt im Grundangebot bis zu 7 Minuten
- Ausweitung der Verbindungen des „Waldviertel-Sprinter“: Fahrtzeitersparnis zwischen Eggenburg und Wien bis zu 8 Minuten
- Zusätzliche Züge in der Hauptverkehrszeit mit Halten in Eggenburg, Limberg-Maissau, Ziersdorf und Großweikersdorf
- Barrierefreie Umgestaltung der Bahnhöfe: In Ziersdorf und Eggenburg werden Aufzugsanlagen errichtet, Großweikersdorf und Limberg-Maissau behalten einen schienengleichen Bahnsteigzugang.
Bauen während des laufenden Betriebs
Unsere Bahnlinien sorgen für flächendeckende Mobilität im Land. Eine Strecke während des laufenden Betriebs zu modernisieren ist eine sehr herausfordernde und Komplexe Aufgabe. Das Bahnnetz für die Mobilitätswende zu rüsten, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Die ÖBB setzen das größte Ausbauprogramm ihrer Geschichte um. Rund 21,1 Mrd. Euro werden bis 2029 in moderne Bahnanlagen investiert. Baustellen sind kein Selbstzweck, sondern dienen dem Ziel, unseren Fahrgästen künftig ein noch besseres Angebot auf der Schiene zu bieten. Trotz der Bauarbeiten bleibt das Mobilitätsangebot der ÖBB zuverlässig.
Unser Auftrag ist eine Bahninfrastruktur, die dem steigenden Bahnverkehr ausreichend Platz bietet und somit ein weiterhin dichtes und pünktliches Bahnangebot für unsere Fahrgäste und Güter sichert. Durch gute Planung, optimale Abstimmung der Bauphasen und innovative Bautechniken halten wir die Einschränkungen für unsere Fahrgäste so kurz wie möglich.
ÖBB
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität in Österreich. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2023 insgesamt 494 Millionen Fahrgäste und mehr als 78 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit 95 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als 4,5 Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen über 43.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich mehr als 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.