Bei einer Planausstellung im Feuerwehrhaus in Plank am Kamp, Marktgemeinde Schönberg, informierte kürzlich die zuständige ÖBB-Projektleitung über die bereits umgesetzten Meilensteine und die weitere Modernisierung der Kamptalbahn. Die Regionalstrecke aus dem Jahr 1889 wird in den kommenden Jahren umfassend erneuert und für den Einsatz klimafreundlicher Akkutriebzüge ab Dezember 2027 vorbereitet. Fahrgäste – insbesondere Pendler:innen – werden vom verbesserten Angebot profitieren.
Die Veranstaltung war mit rund 100 Besucher:innen sehr gut besucht. „Wir freuen uns über das große Interesse an der Kamptalbahn und informieren transparent und umfassend über die geplanten Baumaßnahmen“, so Peter Gneist, Projektleiter bei der ÖBB-Infrastruktur AG. Expert:innen beantworteten Fragen und diskutierten rund drei Stunden lang mit den interessierten Bürger:innen.
Bis ins Jahr 2032 wird die rund 34 km lange Strecke zwischen Hadersdorf am Kamp und Horn zukunftsfit gemacht. Die Bahnhöfe und Haltestellen erhalten ein modernes Erscheinungsbild und eine zeitgemäße Bahnsteigausstattung. Die Anforderungen an die Barrierefreiheit sollen bestmöglich erfüllt werden. Die Geschwindigkeit wird auf bis zu 100 km/h angehoben und die Reisezeit dadurch spürbar verkürzt.
Während der jährlichen Streckensperren seit Herbst 2022 wurden wichtige Bauarbeiten umgesetzt. Bereits neu gestaltet wurden die Bahnhöfe Hadersdorf am Kamp, Langenlois, Horn und Sigmundsherberg sowie die Haltestellen Gobelsburg, Kamegg und Rosenburg – für mehr Komfort, bessere Barrierefreiheit und eine zukunftsfitte Bahn.
Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG: „Auf der Kamptalbahn geht die umfassende Modernisierung auch 2026 weiter. Jeder investierte Euro bringt für unsere Fahrgäste spürbare Verbesserungen und attraktiviert den ländlichen Raum. Mit einem Rundum-Service-Paket schaffen wir eine leistungsfähige, barrierefreie und klimafreundliche Infrastruktur, die den Menschen im Kamptal langfristig zugutekommt.“
NÖ Verkehrslandesrat LH-Stv. Udo Landbauer: „Die Modernisierung der Kamptalbahn ist ein starkes Signal für den öffentlichen Verkehr im Waldviertel. Die neuen Haltestellen und verbesserten Verbindungen bringen nicht nur mehr Komfort für die Fahrgäste, sondern bedeuten auch eine wesentliche Stärkung der Mobilität im ländlichen Raum. Investitionen wie diese sind entscheidend für eine lebenswerte Region und eine funktionierende Wirtschaft.“
Streckensperre im Herbst 2026
Um die Baumaßnahmen entlang der Strecke gebündelt umzusetzen, wird die Kamptalbahn im Herbst für rund drei Monate gesperrt. Ab Schulbeginn am 07.09.2026 bis 12.12.2026 fahren zwischen Hadersdorf am Kamp und Sigmundsherberg keine Züge. Die ÖBB bieten dennoch ein zuverlässiges Mobilitätsangebot und richten einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. Die Busse fahren teilweise zu geänderten Zeiten ab. Mit Fahrrädern ist die Benutzung der Schienenersatzverkehrsbusse nicht möglich.
Die Modernisierungsmaßnahmen im Jahr 2026 im Überblick:
- Umbau der Haltestellen Zöbing und Stiefern
- Umbau mehrerer Eisenbahnkreuzungen
- Umfassende Erhaltungsarbeiten entlang der Strecke
Ersatzkonzept für Buchberg
Die Haltestelle Buchberg im Gemeindegebiet von Gars am Kamp wird mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 aufgelassen. Sie kann leider nicht in das neue, beschleunigte Fahrplankonzept auf der Kamptalbahn integriert werden. Um dennoch die öffentliche Verkehrsanbindung für die Bevölkerung in Buchberg sicherzustellen, wird in Abstimmung mit dem Land Niederösterreich ein entsprechendes Ersatzangebot eingerichtet. Die Fachleute der NÖVOG prüfen derzeit die Anpassung der bestehenden leopoldi Regionalbusse, um für die Fahrgäste aus Buchberg weiterhin eine bestmögliche Anbindung an den öffentlichen Verkehr zu gewährleisten.
Verbesserungen an der Kamptalbahn
Im Zuge der Modernisierung der Kamptalbahn wird die bestehende Strecke umfassend erneuert. Dabei werden sowohl Gleis- und Weichenanlagen als auch die Signal-, Leit- und Sicherungstechnik vollständig auf den neuesten Stand gebracht. Zusätzlich erfolgt eine Modernisierung der Bahnhöfe und Haltestellen im Abschnitt zwischen Hadersdorf am Kamp und Horn.
Zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe wird in Stiefern eine neue Betriebsausweiche errichtet, die künftig eine stabilere Betriebsführung und zusätzliche Verbindungen ermöglicht. Ergänzend entstehen neue Park&Ride- sowie Bike&Ride-Anlagen. Darüber hinaus werden Eisenbahnkreuzungen technisch gesichert beziehungsweise teilweise aufgelassen, wodurch die Sicherheit entlang der Strecke erhöht wird.
Diese Maßnahmen schaffen die Voraussetzungen für den Einsatz moderner, barrierefreier Akkutriebzüge. Gleichzeitig wird die Fahrzeit zwischen Horn und Hadersdorf am Kamp um rund sieben Minuten verkürzt. In den Hauptverkehrszeiten wird zudem ein Halbstundentakt ermöglicht, wodurch das Angebot für Fahrgäste deutlich attraktiver wird.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.