Vom Hafen zum Hightech-Stahl: ÖBB Rail Cargo Group und Slovenske železnice sichern Rohstoffversorgung für voestalpine
- Mehr als drei Millionen Tonnen Rohstoffe gelangen jährlich über Koper (Slowenien) zu den voestalpine-Stahlstandorten in Linz und Donawitz
- Baustellen und Kapazitätseinschränkungen entlang internationaler Korridore erschweren Güterlogistik zunehmend
- ÖBB Rail Cargo Group (RCG), voestalpine und Slovenske železnice (SŽ): Versorgungssicherheit durch enge Zusammenarbeit
- Grenzüberschreitende Lieferketten brauchen europäische Infrastrukturplanung, harmonisierte Standards, einfachere Grenzprozesse und mehr Digitalisierung
v.l.n.r. Ernest Gortan, Vorstandsvorsitzender von SŽ–Tovorni promet; Christoph Grasl, Vorstand der ÖBB Rail Cargo Group; Hubert Zajicek, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Steel Division
(Wien, 2. September 2026) – Funktionierende internationale Lieferketten sind Voraussetzung für industrielle Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsstandorts. Gleichzeitig wird grenzüberschreitende Güterlogistik zunehmend anspruchsvoller: Zahlreiche Baustellen, Streckensperren und Kapazitätseinschränkungen – beispielsweise durch extreme Hitzewellen oder internationale Routenverlagerungen – treffen auf Lieferketten, die täglich zuverlässig funktionieren müssen. Wie diese Herausforderung in der Praxis bewältigt werden kann, zeigen die ÖBB Rail Cargo Group (RCG), voestalpine und die Güterverkehrstochter der Slowenischen Eisenbahn, SŽ-Tovorni promet, am Beispiel der Rohstofftransporte vom Hafen Koper zu voestalpine-Standorten in Österreich.
Mehr als drei Millionen Tonnen Rohstoffe pro Jahr
2025 wurden 3,1 Millionen Tonnen über den slowenischen Adriahafen Koper zu den voestalpine-Standorten Linz und Donawitz transportiert. Insgesamt transportiert die ÖBB Rail Cargo Group jährlich rund 8,5 Millionen Tonnen Rohstoffe für die voestalpine – die Verbindung über Koper ist damit einer der zentralen Bausteine der Rohstoffversorgung.
Die Transporte von Eisenerz, metallurgischer Kohle und Eisenschwamm (HBI) werden von der ÖBB Rail Cargo Group gemeinsam mit SŽ – Tovorni promet abgewickelt. „Echte Versorgungssicherheit entsteht entlang der gesamten globalen Logistikkette – vom Hafen bis zum Werk und über Ländergrenzen hinweg. Mit unseren Transporten von Koper zu den voestalpine-Standorten zeigen wir, wie umweltfreundliche, internationale Bahnlogistik – auch in herausfordernden Zeiten - die industrielle Wertschöpfung sichert“, sagt Christoph Grasl, Vorstand der ÖBB Rail Cargo Group.
Baustellen fordern internationale Lieferketten
Entlang der Bahnstrecken von Koper nach Österreich gibt es derzeit mehrere gleichzeitig stattfindende Bauarbeiten, die den Schienengüterverkehr ausbremsen. Einschränkungen gibt es unter anderem auf den Strecken Koper–Divača, Brezovica–Preseje, Borovnica–Verd sowie zwischen Ljubljana und Jesenice. Auch der Grenzbahnhof Jesenice wird umfassend modernisiert. Die Investitionen sind notwendig, um die Infrastruktur langfristig leistungsfähiger zu machen, stellen die Planung internationaler Lieferketten kurzfristig allerdings vor erhebliche Herausforderungen.
Stabile Rohstoffströme für die Stahlproduktion
Für die voestalpine ist eine kontinuierliche Materialversorgung eine zentrale Voraussetzung für eine stabil laufende Produktion. Die Stahlstandorte Linz und Donawitz benötigen rund 40.000 Tonnen Rohstoffe täglich. Große Mengen müssen zuverlässig über lange Distanzen zu den Werken gelangen und fertige Produkte ebenso planbar zu weiteren Abnehmern transportiert werden. Die Bahn spielt dabei eine zentrale Rolle. „Allein die Versorgung unserer Standorte in Linz und Donawitz mit mehr als 15 Millionen Tonnen Rohstoffen pro Jahr zeigt, welche zentrale Rolle eine leistungsfähige Logistik für die voestalpine spielt. Mit unserem Transformationsprogramm greentec steel setzen wir ab 2027 die nächsten großen Schritte zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion. Dieser Wandel wird auch unsere Lieferketten verändern und die Anforderungen an den Transport von Rohstoffen weiter erhöhen. Eine wettbewerbsfähige europäische Industrie braucht daher resiliente Lieferketten und starke Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die einen zuverlässigen grenzüberschreitenden Güterverkehr sicherstellen“, sagt Hubert Zajicek, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Steel Division.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit schafft Flexibilität
Um die Transporte für die voestalpine auch während umfangreicher Bauarbeiten und Sperren zuverlässig aufrechtzuerhalten, stimmen sich RCG und SŽ eng zu Kapazitäten, Fahrzeug- und Personaleinsatz und alternativen Laufwegen ab. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Modernisierung des Grenzbahnhofs Jesenice bis September 2027. Während der Arbeiten stehen dort weniger Gleise zur Verfügung und die Abwicklung der Züge muss deutlich schneller erfolgen. RCG und SŽ setzen deshalb unter anderem interoperable Lokomotiven ein, die grenzüberschreitend genutzt werden können. Dadurch verkürzt sich die Aufenthaltsdauer der Züge in Jesenice von rund zwei Stunden auf maximal 30 Minuten. Für längere Sperrphasen wurden außerdem alternative Laufwege, beispielsweise über den Grenzbahnhof Spielfeld-Straß, erarbeitet.
„Gerade in herausfordernden Zeiten müssen die europäischen Bahnen noch enger zusammenarbeiten. Genau das haben wir gemeinsam mit der ÖBB Rail Cargo Group getan: Durch frühzeitige Abstimmung, flexible Lösungen und eine enge operative Zusammenarbeit konnten wir die Versorgung der voestalpine trotz zahlreicher Baustellen und Einschränkungen entlang der Strecke zuverlässig sicherstellen. Eine solche Zusammenarbeit wäre ohne Vertrauen zwischen den Partnern, sowohl auf persönlicher Ebene als auch basierend auf einer langfristigen Kooperation, nicht möglich“, sagt Ernest Gortan, Vorstandsvorsitzender von SŽ–Tovorni promet.
Europäische Lieferketten brauchen europäische Lösungen
Das Beispiel der Transporte vom slowenischen Hafen Koper nach Österreich zeigt: Internationale Lieferketten funktionieren grenzüberschreitend, Infrastrukturplanung und betriebliche Rahmenbedingungen sind jedoch vielfach noch national organisiert. Bauarbeiten oder Kapazitätseinschränkungen in einem Land haben dadurch unmittelbare Auswirkungen auf Warenströme und Industrieunternehmen in anderen Ländern.
Die ÖBB Rail Cargo Group setzt sich deshalb für eine stärker koordinierte europäische Infrastrukturplanung, harmonisierte Standards, vereinfachte Grenzprozesse und eine konsequente Digitalisierung ein. Das schafft mehr Planungssicherheit für Unternehmen, stärkt die Versorgungssicherheit und macht den Schienengüterverkehr insgesamt leistungsfähiger. Gleichzeitig ist das eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Europas Industrie wettbewerbsfähig bleibt und Warenströme nachhaltig und verlässlich funktionieren.
„Einen Zug durch Europa zu fahren, muss so einfach sein wie einen Lkw – mit harmonisierten Prozessen, interoperabler Infrastruktur, digitalen Standards, weniger administrativen Hürden und fairen Rahmenbedingungen für die Schiene. Dafür setzen wir uns als nachhaltiges logistisches Rückgrat der Wirtschaft auch weiterhin intensiv ein“, betont RCG-Vorstand Christoph Grasl.
ÖBB Rail Cargo Group: Güterverkehr der ÖBB
Als führender Bahnlogistiker in Europa gestaltet die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) die Branche. 365 Tage im Jahr – 24 Stunden am Tag. In Europa und bis nach Asien. Mit ihrer Präsenz in 18 Ländern – 14 davon in Eigentraktion – verbindet die RCG Menschen, Unternehmen und Märkte von der ersten bis zur letzten Meile. 5.846 Logistikprofis ermöglichen, dass jährlich 407.497 bzw. täglich 1.116 Güterzüge sicher an ihr Ziel kommen. Im Jahr 2025 hat die RCG mit ihren effizienten End-to-end-Logistiklösungen 2,09 Mrd. Euro Umsatz erzielt.
Der voestalpine-Konzern
Die voestalpine ist ein weltweit führender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Der voestalpine-Konzern notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Mit seinen Premium-Produkt- und Systemlösungen zählt er zu den führenden Partnern der Automobil- und Maschinenbauindustrie sowie der Luftfahrt- und Energieindustrie und ist darüber hinaus Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen und Spezialprofilen. Die voestalpine bekennt sich zu den globalen Klimazielen und verfolgt mit greentec steel einen klaren Plan zur Transformation der Stahlproduktion. Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 15,1 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,5 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit rund 48.800 Mitarbeitende.
SŽ-Tovorni promet: Das Gütertransportunternehmen von Slovenske železnice
SŽ Tovorni promet ist ein Anbieter von Gütertransporten und fortschrittlichen Logistiklösungen in Slowenien und im Ausland. Als einer der wichtigsten Akteure in der Region gewährleistet das Unternehmen schnelle, wettbewerbsfähige und zuverlässige Transporte verschiedenster Gütergruppen im konventionellen und kombinierten Verkehr.
Mit Eigentraktion in Slowenien, Kroatien und Österreich sowie einem breiten Netzwerk langjähriger Partnerunternehmen unterstützt SŽ-Tovorni promet zahlreiche erfolgreiche Unternehmen in Slowenien und der gesamten Region beim Aufbau effizienter Lieferketten und trägt so zu deren Wachstum bei.
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Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.