06.03.2026    6 Bilder

ÖBB Rail Cargo Group testet Digitale Automatische Kupplung (DAK)

  • Wintertests bestätigen hohe Robustheit
  • Demozug liefert wertvolle Erkenntnisse für den europaweiten Einsatz
  • ÖBB treiben Transformation des europäischen Schienengüterverkehrs voran

DAK Demozug

(Wien, 6. März 2026) – Die Digitale Automatische Kupplung (DAK) gilt als Schlüsseltechnologie für die Zukunft des europäischen Schienengüterverkehrs. Sie ersetzt die seit der Kaiserzeit eingesetzte manuelle Schraubenkupplung und automatisiert den bislang körperlich schweren und zeitintensiven Kuppelvorgang.
Darüber hinaus verbindet sie Güterwagen nicht nur mechanisch und pneumatisch (über Druckluftleitungen für die Bremsen), sondern stellt auch durchgängige Strom- und Datenleitungen bereit. Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) nimmt bei der Entwicklung der DAK eine aktive Rolle ein: Mit dem DAK-Demozug wird das System rund um die DAK unter realen Betriebsbedingungen getestet, weiterentwickelt und zur Serienreife gebracht. Aktuelle Wintertests in Österreich zeigen: Die Technologie bewährt sich auch unter extremen Bedingungen.

Demozug für Praxistests bereit
Nach intensiven technischen Vorbereitungen und der Integration von Kupplungssystemen verschiedener Hersteller wurde der DAK-Demozug in Betrieb genommen, um das Zusammenspiel von Mechanik, Elektrik und Datenübertragung unter realen Bedingungen zu testen und zu prüfen, ob die Systeme herstellerübergreifend miteinander funktionieren. Ziel ist es, die automatische Kupplung nicht nur mechanisch und pneumatisch zuverlässig zu gestalten, sondern auch die digitale Daten- und Energieübertragung entlang des gesamten Güterzugs sicherzustellen.

Damit schafft die DAK die Grundlage für automatisierte Bremsproben sowie perspektivisch für weitere digitale Anwendungen. Sie ist damit ein zentraler Baustein für mehr Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit im europäischen Schienengüterverkehr.

Härtetest im Winter
In einer dreiwöchigen Testphase wurde der DAK-Demozug gezielt extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius, Eisregen und Neuschnee begleiteten die Tests am Bahnhof Schwarzach-St. Veit im Salzburger Pongau. Im Fokus standen wiederholte mechanische Kupplungsvorgänge, das elektrische Entkuppeln per Knopfdruck sowie die Funktionsfähigkeit der Luft- und Datenverbindungen – essenziell für einen sicheren Bremsbetrieb und eine stabile Datenübertragung. Besonderes Augenmerk galt möglichen Kälteeffekten durch Schnee und Eis auf Schmierstoffe, Dichtungen und elektrische Kontakte.

Zusätzlich wurde der Zug in Böckstein für zehn Tage unter realistischen Bedingungen abgestellt, um im Güterverkehr übliche längere Standzeiten zu simulieren. Dabei ließ man bewusst Schnee in alle relevanten Komponenten eindringen, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren.

Positive Zwischenergebnisse
Das Ziel der ersten Tests mit dem Demozug war, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und konsequent zu beheben. Die vorläufige Bilanz der Wintertests fällt durchwegs positiv aus: Die getesteten Systeme zeigten auch unter anspruchsvollen Winterbedingungen eine hohe Zuverlässigkeit und Robustheit. Bettina Castillo, Vorständin der ÖBB Rail Cargo Group, sieht die Tests als wichtigen Meilenstein: „Die Tests liefern wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Technologie und bestätigen unseren eingeschlagenen Weg hin zu einer europaweit standardisierten Digitalen Automatischen Kupplung. Jede einzelne Testreihe bringt uns einen entscheidenden Schritt näher an eine praxistaugliche und robuste Lösung für den europäischen Schienengüterverkehr - vor allem im Einzelwagennetzwerk. Entscheidend für den Erfolg ist dabei die enge Zusammenarbeit in Europa und die gemeinsame Umsetzung dieser Schlüsseltechnologie.”

DAK als europäisches Zukunftsprojekt
Die Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung ist eines der größten Innovationsprojekte im europäischen Güterverkehr. Sie ist Voraussetzung für die umfassende Digitalisierung und Automatisierung des Systems Schiene und damit für eine nachhaltige Verlagerung von Transporten auf die klimafreundliche Bahn. Die ÖBB bringen ihre operative Expertise aktiv in die europäische Entwicklung ein und positionieren sich damit als Treiber der Transformation im Schienengüterverkehr.


Rail Cargo Group: Güterverkehr der ÖBB
Als führender Bahnlogistiker in Europa gestalten wir die Branche. 365 Tage im Jahr – 24 Stunden am Tag. In Europa und bis nach Asien. Mit unserer Präsenz in 18 Ländern – 13 davon in Eigentraktion – verbinden wir Menschen, Unternehmen und Märkte von der ersten bis zur letzten Meile. Unsere 6.014 Logistikprofis ermöglichen, dass wir jährlich 418.114 bzw. täglich rund 1.150 Züge sicher an ihr Ziel bringen. Jedes Jahr transportieren wir durch effiziente End-to-end-Logistiklösungen 79,9 Millionen Nettotonnen.

Bilder (6)

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ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
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Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität in Österreich. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2024 511 Millionen Fahrgäste und rund 80 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit 94 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als 5,4 Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen über 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich mehr als 1,4 Millionen Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.