Die ÖBB führen derzeit Modernisierungsarbeiten an der historischen Franz-Josefs-Bahn zwischen Wien und Gmünd durch. Ab Mitte April muss die eingleisige Strecke in zwei Etappen gesperrt werden. Der nördliche Abschnitt České Velenice – Sigmundsherberg ist zuerst von 18. bis 27. April 2026 unterbrochen. Direkt im Anschluss gehen die Arbeiten von 27. April bis 9. Juni 2026 im Abschnitt Sigmundsherberg – Absdorf-Hippersdorf weiter, in dieser Zeit sind auch Einschränkungen auf der Kamptalbahn Sigmundsherberg – Krems/Donau notwendig.
Schienenersatzverkehr
Die ÖBB richten auf den genannten Strecken einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. Auf der Kamptalbahn können in der Früh einzelne Züge für Pendler:innen und Schüler:innen angeboten werden. Zwischen Absdorf-Hippersdorf und Wien fahren die Züge wie gewohnt. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt in der ÖBB Fahrplanauskunft Scotty über ihre Verbindung zu informieren.
Einschränkungen bei Park&Ride-Anlagen
Im Zuge der Bauarbeiten kommt es teilweise zu Sperren der Park&Ride-Anlagen. Flächen für Ersatzstellplätze werden – wo möglich – geprüft; es wird empfohlen, gegebenenfalls auf andere Bahnhöfe auszuweichen.
- Großweikersdorf: Sperre des Großteils der Park&Ride-Anlage zwischen 13. April und 18. Dezember 2026 – es stehen 68 statt 108 Pkw-Stellplätze zur Verfügung.
- Ziersdorf: Sperre eines Teils der nordseitigen Park&Ride-Anlage zwischen 13. April und 18. Dezember 2026 (Reduktion auf 21 Pkw-Stellplätze). Die südliche Anlage bleibt im vollen Ausmaß (310 Stellplätze) erhalten. Das Bahnhofsgebäude ist zwischen 27. April und 6. Juni 2026 nicht zugänglich; der Personendurchgang bleibt durchgehend benützbar.
Rundum-Servicepaket
Die ÖBB bündeln die Bauarbeiten, um die Einschränkungen für die Fahrgäste möglichst kurz zu halten. Das umfasst die Sanierung eines Bahndamms sowie die Anpassung des Unter- und Oberbaus, beispielsweise Gleis- und Weichenneulagen. Zwischen den Bahnhöfen Absdorf-Hippersdorf und Limberg-Maissau erneuern die ÖBB rund 400 Oberleitungsmasten und errichten in etwa 21 Kilometer Oberleitung neu. Die dafür notwendigen Rammarbeiten verursachen durch den Einsatz schwerer Bahnbaumaschinen Lärm und werden sowohl tagsüber als auch nachts durchgeführt. Zusätzlich verlegen die ÖBB im Abschnitt Limberg-Maissau bis Eggenburg rund drei Kilometer neue Gleise. Am Bahnhof Sigmundsherberg wird der alte Personensteg abgetragen, die Arbeiten finden in der Nacht statt. Weiters werden bestehende Brücken und Entwässerungsanlagen modernisiert. Die ÖBB setzen alles daran, die Beeinträchtigungen für Anrainer:innen so gering wie möglich zu halten.
Neuer Bahnhof in Limberg-Maissau
Der Bahnhof Limberg-Maissau erhält im Jahr 2027 ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Der neue Bahnsteig wird mit Witterungsschutz errichtet und mit einer Fahrgastinformation in Echtzeit ausgestattet. Eine Bike&Ride-Anlage sowie die Erweiterung der bestehenden Park&Ride-Anlage auf über 100 Stellplätze ermöglicht in Zukunft einen einfachen Umstieg auf die Bahn. Das Bahnhofsareal wird ansprechend gestaltet und die Bushaltestellen werden in Abstimmung mit dem Land NÖ angepasst.
Die Bahnhöfe Großweikersdorf, Ziersdorf, Limberg-Maissau, Eggenburg und Sigmundsherberg werden bis 2027 mit elektronischen Stellwerken ausgerüstet. Diese sind notwendig, um künftig den Zugverkehr zentral und effizient aus der Betriebsführungszentrale zu steuern.
Modernisierung geht weiter
Die Franz-Josefs-Bahn wird zwischen Gmünd und Wien nach einem gemeinsamen Konzept von ÖBB und Land Niederösterreich modernisiert. Über das Jahr 2026 hinaus sind weitere Verbesserungen an der Infrastruktur geplant. Damit die Züge einander ohne Zeitverlust begegnen können, wird die Strecke auf Abschnitten nördlich von Absdorf-Hippersdorf (2,5 km) sowie östlich von Irnfritz (4 km) zweigleisig ausgebaut. Weiters wird die Höchstgeschwindigkeit in manchen Streckenabschnitten der Franz-Josefs-Bahn angehoben. Die Planungen sind bereits angelaufen, die Realisierung ist laut aktuell gültigem ÖBB-Rahmenplan ab Anfang der 2030er Jahre vorgesehen.
Die Bezirkshauptstadt Horn erhält bis Ende 2030 durch eine teilweise neue und elektrifizierte Strecke erstmals eine attraktive Verbindung ohne Umsteigen nach Wien. Eisenbahnkreuzungen werden adaptiert oder aufgelassen. Die Reisezeit Horn – Wien reduziert sich um eine Viertelstunde auf 70 Minuten.
Pendler:innen und Schüler:innen dürfen sich über ein besseres Angebot auf der Schiene freuen: Die neue Infrastruktur und elektronischen Stellwerke ermöglichen künftig zwischen Gmünd und Wien einen durchgehenden Stundentakt bzw. einen Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit. Weiters verkürzt sich die Fahrzeit um bis zu 10 Minuten. Zu den Stoßzeiten halten zusätzliche Züge in Großweikersdorf, Ziersdorf, Limberg-Maissau und Eggenburg.
Investitionen, die ankommen
Mit der Eröffnung der neuen Koralmbahn dürfen sich Fahrgäste über schnellere und häufigere Verbindungen auf der Südstrecke freuen. Damit zeigen die laufenden Investitionen ihre Wirkung genau dort, wo sie gebraucht werden: in einer leistungsfähigen und zukunftssicheren Infrastruktur für Fahrgäste sowie für den Güterverkehr. Weitere Großprojekte wie der Semmering-Basistunnel und das Upgrade der S-Bahn Wien bringen künftig spürbare Verbesserungen.
Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bleiben die ÖBB ein starker Partner und bieten ein verlässliches Mobilitätsangebot. Die ÖBB setzen alles daran, die Einschränkungen für Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Durch sorgfältige Planung und innovative Bauverfahren bleibt Österreich auch während der Modernisierung in Bewegung. Damit halten die ÖBB nicht nur den Wirtschaftsmotor Österreichs am Laufen, sondern schaffen die Voraussetzungen für ein attraktives Angebot auf der Schiene.
Infobox:
Sperren und Einschränkungen im Überblick:
- Franz-Josefs-Bahn České Velenice – Sigmundsherberg: 18. bis 27. April 2026
- Franz-Josefs-Bahn Sigmundsherberg – Absdorf-Hippersdorf: 27. April. bis 9. Juni 2026
- Kamptalbahn Sigmundsherberg – Krems/Donau: 27. April. bis 9. Juni 2026 (ausgenommen Frühverkehr)
Für die betroffenen Abschnitte wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.