ETCS Level 2 Only auf der Wiener Stammstrecke
(Wien, 3 November 2026) – Ein Meilenstein für das S-Bahn Wien Upgrade ist geschafft: Seit Anfang September ist der Nordabschnitt der Wiener Stammstrecke zwischen Wien Praterstern und Wien Floridsdorf mit digitalem Zugsicherungssystem ETCS Level 2 only in Betrieb. Damit kommt erstmals auf einer österreichischen Nahverkehrsstrecke ausschließlich das European Train Control System (ETCS) zum Einsatz. Die für die Fahrt notwendigen Informationen werden den Triebfahrzeugführern digital direkt in den Führerstand übertragen, klassische Lichtsignale werden für die Zugsteuerung nicht mehr benötigt.
Die Digitalisierung der Zugsicherung ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer leistungsfähigeren und zuverlässigeren Wiener S-Bahn. Die ersten Erfahrungen zwischen Wien Praterstern und Wien Floridsdorf zeigen: Die neue Technologie bewährt sich im täglichen Betrieb. Mit Abschluss des S-Bahn Upgrades Ende 2027 wird die komplette Stammstrecke auf ETCS umgestellt sein. So profitieren künftig alle Fahrgäste entlang der gesamten Wiener S-Bahn-Stammstrecke von einem stabileren und zuverlässigeren Betrieb
Hochmoderne Infrastruktur trifft auf neue Züge
ETCS überwacht kontinuierlich, ob ein Zug die zulässige Geschwindigkeit und den erlaubten Fahrweg einhält. Gleichzeitig schafft das System die Voraussetzungen, um die vorhandene Schieneninfrastruktur effizienter zu nutzen und künftig dichtere Zugfolgen zu ermöglichen. Dies ermöglicht auf der stark beanspruchten Wiener Stammstrecke einen stabilen und zuverlässigen Bahnbetrieb.
Mit der Modernisierung der Infrastruktur geht auch die Erneuerung der eingesetzten Fahrzeuge Hand in Hand. Auf der Wiener Stammstrecke kommen unter anderem die neuen Cityjet Doppelstockzüge zum Einsatz. Damit die neuen Doppelstockzüge sicher und zuverlässig mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS unterwegs sein können, wurden sie bei intensiven Testfahrten auf Herz und Nieren getestet.
Erste Bilanz: hohe Pünktlichkeit im Nordabschnitt
Für die Fahrgäste arbeitet ETCS weitgehend unsichtbar im Hintergrund. Spürbar ist vor allem das Ergebnis. Die ersten Erfahrungen seit der Inbetriebnahme zeigen, dass ETCS zuverlässig funktioniert und einen wichtigen Beitrag zu einem stabilen S-Bahn-Betrieb leistet. Auch die Pünktlichkeit im Nordabschnitt konnte in den vergangenen sechs Wochen deutlich gesteigert werden.
ETCS: Österreichs Bahnnetz wird zukunftsfit
Mit dem ETCS treiben die ÖBB die Digitalisierung des österreichischen Bahnnetzes konsequent voran. Neubaustrecken wie die Koralmbahn werden bereits heute ausschließlich mit ETCS Level 2 ausgerüstet. Schritt für Schritt soll das System bis 2038 im gesamten starkbelasteten Streckennetz zum Einsatz kommen.
Die Umsetzung von ETCS wird durch EU-Fördermittel unterstützt. Die Gesamtsumme aus zwei Förderaufrufen bei Connecting Europe Facility beträgt 94,3 Millionen Euro
Fahrgäste profitieren schon heute
Der Nordabschnitt gibt damit bereits einen Vorgeschmack darauf, wohin die Reise für die gesamte Wiener Stammstrecke geht. Während ETCS zwischen Wien Praterstern und Wien Floridsdorf bereits im Regelbetrieb eingesetzt wird, laufen die umfassenden Modernisierungsarbeiten im Abschnitt Wien Hauptbahnhof/Wien St. Marx – Wien Praterstern weiter auf Hochtouren. Neben der Digitalisierung der Zugsicherung werden entlang der Stammstrecke unter anderem die Schieneninfrastruktur sowie Bau- und Tragwerke modernisiert und Bahnsteige verlängert.
Das gemeinsame Ziel bis Ende 2027: mehr Sitzplatzkapazität, ein stabilerer Betrieb und eine moderne, leistungsfähige Bahninfrastruktur für den Nahverkehr in Wien und der gesamten Ostregion.