Johann Pluy, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, und Verkehrslandesrat Heinrich Dorner
In der seit Jahrzehnten konstruktiven und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Land Burgenland und den ÖBB wurde am Donnerstag ein neuer Meilenstein erreicht: Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und ÖBB-Infrastruktur-Vorstand Johann Pluy unterzeichneten gleich fünf Verträge, mit denen die Umsetzung und geteilte Finanzierung von wichtigen Bahninfrastruktur-Ausbauprojekten festgelegt wird.
Die teils schon umgesetzten oder in Umsetzung befindlichen Projekte sind wichtige Träger der burgenländischen Gesamtverkehrsstrategie 2021, die den umfangreichen Ausbau der klimafreundlichen Mobilität als zentrale Zielsetzung hat.
Verkehrslandesrat Heinrich Dorner: „Es freut mich, dass wir heute das Ergebnis der intensiven Gespräche der letzten Jahre für diese fünf Vorhaben zum Abschluss bringen können. Damit setzen wir ein klares Zeichen für den öffentlichen Verkehr der Zukunft im Burgenland: Von einer moderneren, barrierefreien, emissionsärmeren Bahn mit besseren Verbindungen profitieren Pendler:innen, Reisende und Anrainer:innen, jetzt und in der Zukunft.“
Johann Pluy, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG: „Die Ostregion wächst so stark wie keine andere Region in Österreich. Darum braucht es bereits heute weitreichende Investitionen, um dem steigenden Bedarf an öffentlichem Verkehr gerecht zu werden. Die starke Partnerschaft zwischen ÖBB und Land Burgenland sichert die Modernisierung und den Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs für zukünftige Generationen.“
Grundsatzübereinkommen wird umgesetzt
Die Verträge basieren auf einem 2021 zwischen dem Land Burgenland, dem damaligen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und der ÖBB-Infrastruktur AG abgeschlossenen Grundsatzübereinkommen. In diesem wurde die Zusammenarbeit und gemeinsame Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen auf ÖBB-Strecken, die fahrgastgerechte Umgestaltung von Bahnhöfen, die Errichtung von multimodalen Mobilitätsverknüpfungspunkten und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen beschlossen.
Mit den fünf unterzeichneten Verträgen wurden nun wesentliche Ziele und Grundsatzfestlegungen zur Finanzierung auf einzelne Projekte konkretisiert und die Kostenbeiträge des Landes offiziell bestätigt.
Die Verträge betreffen die Umsetzung und geteilte Finanzierung der folgenden Vorhaben:
- Pannoniabahn Neusiedl am See – Wulkaprodersdorf: Verlängerung der Bahnsteige und barrierefreie Modernisierung der Halte Winden, Breitenbrunn, Donnerskirchen und Schützen Haltestelle. Dieses Vorhaben wurde 2024 fertiggestellt.
- Pannoniabahn Neusiedl am See – Wulkaprodersdorf: Verlängerung der Bahnsteige und barrierefreie Modernisierung der Halte Jois, Purbach, Schützen am Gebirge, Eisenstadt Schule und Wulkaprodersdorf Rathausgasse. Die Arbeiten werden zwischen 2026 und 2030 umgesetzt.
- Mattersburger Bahn Wr. Neustadt Hbf – Loipersbach-Schattendorf: Elektrifizierung für künftig 100 % elektrischen Bahnbetrieb, barrierefreie Modernisierung der Halte Katzelsdorf, Neudörfl, Bad Sauerbrunn, Mattersburg Nord, Marz-Rohrbach und Loipersbach-Schattendorf sowie Auflassung mehrerer Eisenbahnkreuzungen. Dieses Projekt ist derzeit in Bau und wird voraussichtlich Ende 2027 fertiggestellt.
- Bahnhof Deutschkreutz: Verlegung der Güterverladestelle außerhalb des Ortszentrums und barrierefreie Modernisierung des Bahnhofs. Die Arbeiten für die Verlegung der Güterverladestelle laufen seit September 2026, die Modernisierung des Bahnhofs ist 2028 geplant.
- Planung Schleife Ebenfurth: in Verbindung mit der zweigleisigen Pottendorfer Linie soll die Schleife Ebenfurth zwischen der Pottendorfer Linie und der Raaberbahn-Strecke Richtung Wulkaprodersdorf eine umsteigefreie Verbindung für burgenländische Pendler:innen in Richtung Wien schaffen. Gesamtziel ist eine mit dem Auto konkurrenzfähige Verbindung zwischen Eisenstadt und Wien Die Planung ist bereits abgeschlossen, derzeit befindet sich das Vorhaben im Rechtsmittelverfahren.
Insgesamt leistet das Land Burgenland für diese Projekte einen Beitrag von 24,41 Mio. EUR (rund 22 %) zum gesamten Investitionsvolumen von 109,55 Mio EUR (dabei sind bei den länderübergreifenden Vorhaben nur die Bestandteile im Burgenland berücksichtigt).