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05.11.2026    6 Bilder

Freie Mitte: ÖBB machen Geschichte am Nordbahnhof sichtbar

  • Rund zehn Hektar Naturraum als grünes Herzstück des Nordbahnhofviertels
  • Dauerausstellung „Verdrängte Jahre“ erinnert an die NS-Geschichte der Bahn
  • ÖBB Lehrlinge errichteten historische Informationstafeln

v.l.n.r. Alexander Nikolai, Bezirksvorsteher der Leopoldstadt; Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien; Konstanze Breitebner; Traude Kogoj, Leiterin des Lösungscenters Inclusion & Diversity bei den ÖBB; Milli Segal; Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG; Oliver Rathkolb, Historiker.

(Wien, 5. November 2026) – Ein neuer Ort für Natur, Begegnung und Erinnerung: Mit der Fertigstellung der „Freien Mitte“ im Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof und der Präsentation der Dauerausstellung „Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938–1945“ wurden heute zwei bedeutende Projekte am ehemaligen Nordbahnhof vorgestellt. Wo einst Züge verkehrten, ist ein weitläufiger Naturraum entstanden, der zugleich Raum für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Standorts bietet.

Grünes Herzstück des Nordbahnhofviertels
Die rund zehn Hektar große Freie Mitte bildet das grüne Herzstück des neuen Nordbahnhofviertels. Rund um den historischen Wasserturm ist ein weitläufiger Naturraum entstanden, der Platz für Erholung, Begegnung und Artenvielfalt bietet. Mit ihren Grünflächen und Aufenthaltsbereichen schafft die Freie Mitte einen neuen Erholungsraum mitten in der Leopoldstadt und verbindet die Geschichte des ehemaligen Bahngeländes mit der Entwicklung eines modernen Stadtviertels.

Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG betont: „Mit der Fertigstellung der Freien Mitte erreichen wir einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Nordbahnhofs. Wo über viele Jahrzehnte Bahnbetrieb stattgefunden hat, ist heute ein rund zehn Hektar großer Natur- und Erholungsraum für die Menschen im neuen Stadtviertel entstanden. Gleichzeitig ist es uns wichtig, die Geschichte dieses besonderen Ortes sichtbar zu halten. Die Freie Mitte steht damit für beides: für die Zukunft des Nordbahnhofs und für einen bewussten Umgang mit seiner Vergangenheit.“

Alexander Nikolai, Bezirksvorsteher der Leopoldstadt sagt dazu: „Die Freie Mitte ist weit mehr als ein neuer Grünraum. Sie ist das Herzstück des Nordbahnviertels, ein Ort der Begegnung, Erholung und des Miteinanders für die Menschen in der Leopoldstadt. Gleichzeitig bleibt hier die Geschichte des Nordbahnhofs sichtbar. Dass Naturraum, Stadtentwicklung und Erinnerungsarbeit an diesem Ort zusammengedacht werden, macht die Freie Mitte zu einem besonderen Platz für das Grätzel und für kommende Generationen.“

Erinnerung an die NS-Geschichte des Nordbahnhofs
Neben der neuen Nutzung des ehemaligen Bahngeländes bleibt auch dessen Geschichte sichtbar. Der Nordbahnhof war während der NS-Zeit ein zentraler Ausgangspunkt für Deportationen. Mit der Dauerausstellung „Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938–1945“ wird an die Verfolgung und Deportation tausender Menschen erinnert. Historische Informationstafeln machen die Rolle der Eisenbahn während des Nationalsozialismus im öffentlichen Raum sichtbar und laden zur Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte ein. Zugleich schaffen sie einen dauerhaft zugänglichen Ort des Erinnerns und Lernens, der historischen Verantwortung sichtbar macht und das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt stärkt. Eine besondere Rolle spielten dabei ÖBB Lehrlinge, die die Rahmenkonstruktion für die Informationstafeln gestaltet und errichtet haben.

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien dazu: „Wer seine Geschichte nicht kennt, hat keine Zukunft. Daher ist diese Ausstellung im öffentlichen Raum so wichtig. Sie macht bewusst, dass mitten in Wien unfassbare Verbrechen geschahen, nachdem sich der Antisemitismus ausbreiten konnte. Denn der Massenmord begann nicht mit Deportationen, sondern mit Worten. Mit Dämonisierungen. Mit Ausgrenzung. ,Nie wieder‘ heißt gerade heute, aufzustehen, wenn gegen Juden oder den jüdischen Staat gehetzt wird.“

„Bahnhöfe sind, auch wenn sie zu Wohnungen und Büros umgebaut werden, wichtige Erinnerungsorte an die industrielle Revolution und die beiden furchtbaren Weltkriege und deren Folgen. So war der Nordbahnhof ein wichtiger Transport- und Verkehrsknotenpunkt der Habsburger Monarchie in Wien, aber auch ein Ort des Schreckens als Deportationsbahnhof im Holocaust,“ betont Historiker Oliver Rathkolb.

Geschichte des Nordbahnhofs
Ergänzend zur Dauerausstellung machen weitere Informationstafeln die Geschichte des Nordbahnhofs und des historischen Wasserturms direkt vor Ort sichtbar. Sie geben Einblicke in die Entwicklung des einst bedeutenden Wiener Bahnhofs und erzählen von der wechselvollen Geschichte des Areals bis hin zu seiner heutigen Transformation zu einem neuen und beliebten Stadtviertel. Auch der Wasserturm, eines der prägenden historischen Relikte des ehemaligen Nordbahnhofs, wird dabei in seiner Geschichte und Bedeutung näher beleuchtet.

Ein Ort für Zukunft und Geschichte
Die Eröffnung verbindet Stadtentwicklung und Erinnerungsarbeit an einem historisch bedeutsamen Standort. Die Gäste der Eröffnungsveranstaltung konnten bei einer Führung mehr über die Hintergründe der Ausstellung und die Geschichte des Nordbahnhofs erfahren.

Bilder (6)

Eröffnung Dauerausstellung Verdrängte Jahre Nordbahnhof
1 900 x 1 266 © ÖBB Leonte
Eröffnung Dauerausstellung Verdrängte Jahre Nordbahnhof
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Eröffnung Dauerausstellung Verdrängte Jahre Nordbahnhof
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Eröffnung Dauerausstellung Verdrängte Jahre Nordbahnhof
1 900 x 2 850 © ÖBB Leonte
Eröffnung Dauerausstellung Verdrängte Jahre Nordbahnhof
1 900 x 1 266 © ÖBB Leonte
Freie Mitte Nordbahnhof
1 900 x 1 266 © ÖBB Leonte
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
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Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter an ihr Ziel gebracht. Der Strom für ÖBB Züge und Bahnhöfe in Österreich stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr im Jahr 2025 zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von rund vier Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte (Rahmenplan 2027-2032) bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen Menschen und Güter verlässlich an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.