11.09.2026    5 Bilder

Digitale Automatische Kupplung: ÖBB arbeiten an der Zukunft des europäischen Schienengüterverkehrs

  • DAK schafft die Basis für automatisierte, digitale und effizientere Prozesse im europäischen Schienengüterverkehr
  • ÖBB zeigen Digitale Automatische Kupplung (DAK) unter realen Betriebsbedingungen am Frachtenbahnhof Floridsdorf
  • Nächster Schritt: Einsatz der Technologie in Pioneer DAC Trains im kommerziellen Güterverkehr

Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Peter Hanke und ÖBB CEO Andreas Matthä

(Wien, 11. September 2026) – Die Digitalisierung des europäischen Schienengüterverkehrs nimmt weiter Fahrt auf: Die ÖBB haben heute die Digitale Automatische Kupplung (DAK) am Frachtenbahnhof Floridsdorf unter realen Betriebsbedingungen demonstriert. Im Mittelpunkt stand der direkte Vergleich zwischen der heute üblichen Schraubenkupplung und den Möglichkeiten der DAK.

Die DAK gilt europaweit als eines der wichtigsten Innovationsprojekte für den Schienengüterverkehr. Sie verbindet Automatisierung, Digitalisierung und Produktivitätssteigerung in einem gemeinsamen europäischen Vorhaben und soll den Güterverkehr auf der Schiene effizienter, wettbewerbsfähiger und attraktiver machen. Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, sagt: „Ein leistungsfähiger Schienengüterverkehr ist entscheidend für den Wirtschaftsstandort Österreich. Die Digitale Automatische Kupplung zeigt, wie Innovation den Bahnsektor voranbringen kann. Sie verbessert die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter:innen, beschleunigt Prozesse und schafft die Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte entlang der gesamten Transportkette.“

DAK ist Grundlage für digitalen Güterzug der Zukunft
Die ÖBB beteiligen sich seit Jahren aktiv an den europäischen Entwicklungs- und Demonstrationsprojekten zur DAK. Die DAK-Technologie ermöglicht nicht nur das automatische Kuppeln und Entkuppeln von Güterwagen, sondern auch die durchgängige Übertragung von Energie und Daten entlang des gesamten Zuges. Dadurch werden zahlreiche digitale Anwendungen möglich, darunter automatisierte Bremsproben, die automatische digitale Erfassung der Wagenreihung oder – für zukünftige Anwendungsfälle – die Zugintegrität. Gleichzeitig werden manuelle Tätigkeiten reduziert, die Sicherheit für Mitarbeiter:innen erhöht und Prozesse beschleunigt. Langfristig eröffnet die Technologie zudem neue Möglichkeiten für längere und schwerere Güterzüge sowie für eine effizientere Nutzung bestehender Infrastrukturkapazitäten. ÖBB CEO Andreas Matthä betont: „Die DAK ist weit mehr als eine neue Kupplung. Sie ist die Grundlage für den digitalen Güterzug der Zukunft und damit für einen sichereren und wettbewerbsfähigeren Schienengüterverkehr in Europa. Mit unserem Demonstratorzug zeigen wir heute, dass die Technologie unter realen Bedingungen funktioniert.“

Österreichischer Demonstratorzug liefert wichtige Erkenntnisse
Im Rahmen des Europe’s-Rail-Projekts FP5 TRANS4M-R ist derzeit ein speziell ausgerüsteter österreichischer Demonstratorzug im Einsatz. Er dient dazu, die Technologie unter realen Betriebsbedingungen zu testen und Erkenntnisse zu technischer Zuverlässigkeit, Sicherheit, Instandhaltung und Integration in bestehende Betriebsprozesse zu gewinnen. Dabei kommen erstmals nicht nur Güterwagen, sondern auch entsprechend ausgestattete Lokomotiven mit DAK-Technologie zum Einsatz. Die bisherigen Tests, darunter auch Wintererprobungen in Österreich, liefern wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Technologie und den späteren europaweiten Einsatz.

Nächster Schritt: Einsatz im kommerziellen Güterverkehr
Auf die Demonstrationsphase folgt nun der nächste Meilenstein: die sogenannten Pioneer DAC Trains (PioDAC). Gemeinsam in einem durch Connecting Europe Facility (CEF) geförderten Projekt mit europäischen Partnern werden die ÖBB die Technologie künftig erstmals im kommerziellen Güterverkehr einsetzen. Ziel ist es, die Zulassungsreife der DAK nachzuweisen und ihren wirtschaftlichen Nutzen unter realen Marktbedingungen zu belegen. Die Ergebnisse der laufenden Demonstrationen und der Pioneer DAC Trains sollen die Grundlage für weitere Entscheidungen über die Einführung der DAK in Europa schaffen. Voraussetzung dafür sind unter anderem technische Reife, betrieblicher Nutzen, harmonisierte europäische Standards, geeignete Zulassungsverfahren, tragfähige Finanzierungsmodelle und ein abgestimmter europäischer Migrationsplan.

Disclaimer: Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des gemeinsamen Unternehmens „Europe’s Rail“ wider. Weder die Europäische Union noch die gewährende Behörde können dafür haftbar gemacht werden. Das Projekt wird vom gemeinsamen Unternehmen „Europe’s Rail“ und seinen Mitgliedern unterstützt.

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Live-Demonstration DAK
1 280 x 853 © ÖBB/Andreas Scheiblecker
DAK Demonstratorzug
1 280 x 853 © ÖBB/Andreas Scheiblecker
Digitale Automatische Kupplung
4 000 x 2 661 © ÖBB / Marek Knopp
Digitale Automatische Kupplung
1 280 x 853 © ÖBB/Andreas Scheiblecker
Demonstratorzug
1 280 x 853 © ÖBB/Andreas Scheiblecker
ÖBB Rail Cargo Group: Güterverkehr der ÖBB 
Als führender Bahnlogistiker in Europa gestaltet die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) die Branche. 365 Tage im Jahr – 24 Stunden am Tag. In Europa und bis nach Asien. Mit ihrer Präsenz in 18 Ländern – 14 davon in Eigentraktion – verbindet die RCG Menschen, Unternehmen und Märkte von der ersten bis zur letzten Meile. 5.846 Logistikprofis ermöglichen, dass jährlich 407.497 bzw. täglich 1.116 Güterzüge sicher an ihr Ziel kommen. Im Jahr 2025 hat die RCG mit ihren effizienten End-to-end-Logistiklösungen 2,09 Mrd. Euro Umsatz erzielt.

ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2025 559 Mio. Fahrgäste und rund 79 Mio.Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Die ÖBB gehören mit 94,1 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als fünf Mrd. Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen mehr als 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn – darunter 2.145 Lehrlinge – dafür, dass täglich mehr als 1,5 Mio. Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.