26.03.2026    3 Bilder

Bosrucktunnel: Vorbereitungen für Trassenauswahl und planungsbegleitender Dialog starten

Mit dem Start des planungsbegleitenden Dialogs und ersten fachlichen Untersuchungen legen die ÖBB die Grundlage für die zukünftige Trassenentscheidung und bindet regionale Vertreter:innen frühzeitig in den Prozess ein.

Ein zentraler Baustein der laufenden Modernisierung und Attraktivierung der Pyhrnstrecke Linz – Selzthal ist der Neubau des Bosrucktunnels. Die Pyhrnstrecke ist Teil des hochrangigen europäischen Bahnnetzes. Sie verbindet Oberösterreich und die Steiermark, zwei wichtige österreichische Wirtschaftsregionen und Ballungsräume, mit Absatzmärkten in Deutschland und Italien sowie bedeutenden Hochseehäfen.

Die Beauftragung zum Start des Trassenauswahlverfahrens für einen neuen Bosrucktunnel wurde 2025 vom Mobilitätsministerium (BMIMI) und dem ÖBB-Aufsichtsrat offiziell erteilt. Die Ziele sind klar definiert: kürzere Fahrzeiten (Ziel rund 75 min im Fernverkehr zwischen Linz und Selzthal, statt heute rund 105 min), eine deutliche Kapazitätssteigerung sowie der Bau einer flacheren Bahnstrecke mit abschnittsweisem zweigleisigem Ausbau. Das bringt der Wirtschaft in Österreich sowie den Fahrgästen deutliche Vorteile und erhöht die Attraktivität der umweltfreundlichen Bahn.

Mit dem Start der Arbeiten zur Trassenauswahl 2026 hat jetzt auch der erste Teil des planungsbegleitenden Dialogs mit der Region begonnen. In drei Foren (Süd, Nord und gesamte Region), die am 24.3. und 25.3. zum ersten Mal zusammengetroffen sind, werden die ÖBB und Vertreter:innen aus der Region (vor allem Politik, Wirtschaft, Interessensvertretungen und Verwaltung) in den nächsten rund zwei Jahren in einem regen Austausch zusammenarbeiten. Dabei informieren die ÖBB über Fortschritte und nehmen anderseits die Anliegen und Ideen aus der Region auf. Parallel arbeiten die ÖBB gemeinsam mit externen Planer:innen derzeit daran, Grundlagen für die Trassenauswahl zu erarbeiten. Hierzu werden Vermessungs-, Kartierungs- und Erkundungsarbeiten durchgeführt. Auf Basis dieser Untersuchungen können dann Strecken- und Tunnelplaner:innen Trassenempfehlungen erstellen.

Wenn erste konkrete Ergebnisse aus diesen Untersuchungen vorliegen, wird es auch öffentlich zugängliche Informations-Veranstaltungen für die Bevölkerung geben. Schon jetzt kann man sich unter infrastruktur.oebb.at/bosrucktunnel über das Projekt im Internet informieren. Fragen und Anregungen können auch bereits über die Kontakt-Mailadresse brt@oebb.at eingebracht werden.

Zeitplan Trassenauswahlverfahren Bosrucktunnel

Das Trassenauswahlverfahren wird rund zwei Jahre dauern, also voraussichtlich bis 2028 laufen. Aktuell werden bereits die Grundlagen erarbeitet, um dann mögliche Trassen definieren zu können. Abschließend folgt die eigentliche Auswahl der am besten geeigneten Trasse. Diese sehr intensive Phase ist letztlich Grundlage für die nachfolgende Genehmigung des Projektes, für die unter anderem auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt wird. Der Bau des Bosrucktunnels wird somit jedenfalls erst nach 2030 gestartet werden, abhängig vom Verlauf der Genehmigungsverfahren.

Der Bau eines neuen Tunnels ist notwendig, da der bestehende einröhrige Tunnel aus dem Jahr 1906 den Anforderungen des modernen Bahnverkehrs nicht mehr gerecht wird. Neben der einröhrigen Ausführung ist vor allem die zu steile Trassenführung Grund für den Neubau, da sie massive Zusatzkosten im Bahnbetrieb auslöst. Außerdem müsste der alte Bosrucktunnel in den 2040er Jahren umfangreich und kostenintensiv saniert werden, ohne große Verbesserungen für den Bahnverkehr zu bringen.

Bilder (3)

Portal Bosrucktunnel
2 300 x 1 606 © ÖBB, Finker
Bosrucktunnel_Portal Nord Spital_am_Phyrn
2 000 x 1 333 © ÖBB_MecGreenie
Bosrucktunnel_Spital_am_Pyhrn
2 200 x 1 650 © ÖBB_MecGreenie
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.
ÖBB. Heute. Für Morgen. Für uns.

Seit über 100 Jahren gestalten die ÖBB die Mobilität in Österreich. Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2024 511 Millionen Fahrgäste und rund 80 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit 94 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von mehr als 5,4 Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur und Flotte bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen über 48.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich mehr als 1,4 Millionen Fahrgäste sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen im Mobilitäts- und Logistikbereich Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.